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Was ist Stehfutter?
Definition & Zweck: Stehfutter ist ein speziell konzipiertes Pferdefutter für Tiere, die sich in Boxenruhe befinden – also vorübergehend nicht oder kaum bewegt werden können. Es ist das Futter für das stehende Pferd. Stehfutter ist energiereduziert, voll vitaminisiert und mineralisiert und damit ideal auf den stark reduzierten Bewegungsbedarf abgestimmt.
Unterschied zu normalem Kraftfutter: Während normales Kraftfutter – etwa Müslis mit Hafer oder anderen Getreidesorten – auf den Energiebedarf eines aktiv gerittenen Pferdes ausgelegt ist, deckt Stehfutter lediglich den sogenannten Erhaltungsbedarf. Es liefert wertvolle Vitalstoffe, ohne den Stoffwechsel oder die Verdauung unnötig zu belasten.
Kurz erklärt: Warum Stehfutter heute Standard ist. Pferde sind von Natur aus Bewegungstiere – in freier Wildbahn legen sie täglich viele Kilometer zurück. Wird ein Pferd plötzlich zur Boxenruhe gezwungen, kann energiereiches Futter zu Temperamentsausbrüchen, Verdauungsproblemen und im schlimmsten Fall zu erneuten Verletzungen führen. Stehfutter verhindert genau das und ist deshalb aus der modernen Pferdehaltung nicht mehr wegzudenken.
Warum ist Stehfutter bei Boxenruhe sinnvoll?
Dem natürlichen Bedarf gerecht werden: Ein stehendes Pferd braucht schlicht weniger Energie. Stehfutter respektiert diesen Umstand und passt die Ration an, ohne das Pferd mit überflüssigen Kalorien zu überversorgen.
Weniger Risiko für Temperamentsausbrüche: Energiereiche Futter fördern den Bewegungs- und Arbeitsdrang. Beim vorsichtigen Führen oder beim Wiederanreiten kann ein falsch gefüttertes Pferd schnell hitzig werden – eine Gefahr für Tier und Mensch. Stehfutter hält das Pferd ruhig und ausgeglichen.
Schutz von Verdauung und Stoffwechsel: Durch den geringen Getreideanteil werden Stärke- und Zuckerwerte niedrig gehalten. Das entlastet Magen und Darm – besonders wichtig, wenn das Pferd sich kaum bewegt und die natürliche Darmperistaltik ohnehin reduziert ist.
Optimale Versorgung für die Genesung: Stehfutter versorgt das Pferd trotz geringer Energiedichte großzügig mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen – beste Voraussetzungen für eine zügige Heilung.
Wirtschaftliche Vorteile für Stallbetreiber
Wer Pferde in Obhut hat, profitiert von Stehfutter gleich doppelt: Die Tiere bleiben ruhiger in der Box, was Stress für Pferd, Betreuer und die gesamte Stallgemeinschaft reduziert. Gleichzeitig wird durch die gezielte Nährstoffversorgung das Risiko von Folgeerkrankungen – etwa Verdauungsproblemen oder Koliken – und damit verbundene Tierarztkosten gesenkt.
Vorteile von Stehfutter auf einen Blick
- Energiereduziert – kein unnötiger Kalorienüberschuss bei Bewegungsmangel
- Voll vitaminisiert & mineralisiert – optimale Versorgung für Heilung und Regeneration
- Hoher Strukturanteil – lange Fressdauer, mehr Kauaktivität, bessere Verdauung
- Getreidefrei oder -arm – schont Magen, Darm und Stoffwechsel
- Beruhigende Varianten verfügbar – mit natürlichen Kräutern wie Melisse und Kamille
- Für Box, Stallruhe und Rekonvaleszenz geeignet
Welche Arten von Stehfutter gibt es?
Stehfutter nach Zusammensetzung
Fasermüslis (getreidefrei): Die häufigste Form des Stehfutters. Bestehend aus Luzerne, Heu-Häckseln, Gräsern und Kräutern. Hoher Rohfaseranteil, niedriger Stärke- und Zuckergehalt. Ideal für die meisten Pferde in Boxenruhe.
Mash: Aufgeweichtes Stehfutter, das besonders bekömmlich ist. Eignet sich gut nach Operationen oder bei Pferden mit Kau- oder Schluckproblemen. Bekanntes Beispiel: Agrobs Alpengrün Mash.
Kräutermischungen & Beruhigungsfutter: Ergänzungsfutter mit natürlichen, beruhigenden Inhaltsstoffen wie Melisse, Kamille, Baldrian oder Ginseng. Besonders sinnvoll bei Pferden, die zu Nervosität in der Box neigen.
Mineralfutter als Stehfutter: Für Pferde, die zur Gewichtszunahme neigen, kann in der Stallruhephase sogar ausschließlich Mineralfutter in Kombination mit Raufutter sinnvoll sein.
Stehfutter nach Einsatzbereich
Stehfutter bei Verletzungen und nach Operationen: Hier steht die Regeneration im Vordergrund. Wichtig sind Spurenelemente wie Zink, Mangan und Kupfer, die für die Geweberegeneration unentbehrlich sind.
Stehfutter bei Kolikanfälligkeit: Faserbetontes, stärkearmes Futter mit verdauungsfördernden Inhaltsstoffen schützt den Darm und beugt Koliken vor.
Stehfutter bei Stoffwechselerkrankungen: Bei Hufrehe, Cushing oder EMS ist ein besonders stärke- und zuckerarmes Stehfutter gefragt.
Stehfutter für reine Stehtage: Pferde, die nur kurzzeitig nicht geritten werden – etwa nach einem anstrengenden Turnier oder bei schlechtem Wetter – profitieren bereits von einer kurzzeitigen Stehfutter-Ration.
Stehfutter nach Pferdetyp
Stehfutter für Großpferde: Warmblüter und schwere Pferde haben einen höheren Grundbedarf – entsprechend sollte die Menge angepasst, die Energiedichte jedoch gering bleiben.
Stehfutter für Ponys: Ponys neigen schnell zur Verfettung und sind oft stoffwechselempfindlich. Besonders Stärke- und zuckerarme, getreidefreie Varianten sind hier die erste Wahl.
Stehfutter für Jungpferde: Junge Pferde befinden sich noch im Wachstum. Neben der Energiereduktion sind eine ausreichende Mineralstoffversorgung und ein ausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis wichtig.
Stehfutter für Senioren: Ältere Pferde haben häufig ohnehin einen reduzierten Energiebedarf, aber einen erhöhten Vitaminbedarf. Stehfutter für Senioren sollte leicht verdaulich und gut kaubar sein.
Stehfutter mit oder ohne beruhigende Zusätze?
Wann sind beruhigende Inhaltsstoffe sinnvoll? Steht das Pferd länger in der Box oder neigt es generell zu Nervosität und Temperamentsausbrüchen, empfiehlt sich ein Stehfutter mit beruhigenden Komponenten. Diese wirken größtenteils auf rein natürlicher Basis.
Natürliche Beruhigungsmittel im Stehfutter: Bewährt haben sich Kräuter wie Melisse, Kamille, Baldrian und Hopfen sowie Aminosäuren wie Tryptophan. Ein gutes Beispiel aus unserem Sortiment ist das STRÖH Küsten-Elixier BERUHIGALIX, das stressempfindliche Pferde auf natürliche Weise unterstützt.
Für welche Pferde ist ein Beruhigungs-Stehfutter sinnvoll? Grundsätzlich für alle Pferde, die nicht gut mit erzwungener Ruhe umgehen können – besonders für temperamentvolle Rassen, junge Pferde und Tiere, die es gewohnt sind, täglich intensiv bewegt zu werden.
Zusätzliche Beschäftigung in der Box: Neben dem Futter selbst helfen Lecksteine und Heu in einem Heunetz dabei, dass das Pferd in der Box die Ruhe bewahrt und ausreichend beschäftigt ist.
Wie viel Stehfutter braucht mein Pferd?
Orientierung am Erhaltungsbedarf: Ein 600 kg schweres Warmblutpferd hat in vollständiger Boxenruhe einen Energiebedarf von rund 70 Megajoule (MJ) täglich. Dieser lässt sich bereits durch ausreichend Raufutter – etwa 1,2 bis 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht – decken.
Stehfutter als Ergänzung zum Raufutter ersetzt in der Regel nicht das Raufutter, sondern ergänzt es sinnvoll um fehlende Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die genaue Menge richtet sich nach Produkt, Pferd und Rationsgestaltung.
Häufige Fehler bei der Dosierung: Zu viel Stehfutter ist fast genauso problematisch wie falsches Futter: Überversorgung mit Energie führt auch bei reduziertem Kraftfutter zu Unruhe und Gewichtszunahme. Im Zweifel lieber die Futterberatung von Ströh nutzen.
Tierärztliche Empfehlungen: Bei ernsteren Erkrankungen oder nach Operationen sollte die Fütterung immer in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen. Dieser kann individuelle Bedarfe – etwa einen erhöhten Zinkbedarf bei Wundheilung – gezielt berücksichtigen.
Sicherheit & Verträglichkeit
Worauf bei der Auswahl achten? Nicht jedes Stehfutter passt zu jedem Pferd. Pferde mit Allergien sollten nur auf melasse- und getreidefreie Produkte zurückgreifen. Bei Stoffwechselerkrankungen ist ein stärke- und zuckerarmes Produkt Pflicht.
Risiken vermeiden: Auf Stroh als alleinige Einstreu ist bei manchen Pferden in der Boxenruhe zu verzichten – aus Langeweile fressen sie zu viel davon und riskieren eine Verstopfungskolik. Ausreichend Raufutter und geeignetes Beschäftigungsmaterial sind daher essenziell.
Geprüfte Qualität: Achte beim Kauf auf renommierte Hersteller mit transparenter Deklaration und geprüfter Qualität. Im Ströh-Shop findest Du ausschließlich Produkte, die unseren hohen Qualitätsansprüchen genügen.
Tipps für Pferde in Gemeinschaftshaltung: Pferde in Offenställen oder Gruppenboxen, die Stehfutter erhalten, sollten beim Fressen separiert werden, um sicherzustellen, dass jedes Tier seine individuelle Ration bekommt.
Inhaltsstoffe & Zusammensetzung
Strukturlieferanten: Luzerne und Heu-Häcksel. Der hohe Strukturanteil ist das Herzstück eines guten Stehfutters. Luzerne und Heu-Häcksel sorgen dafür, dass das Pferd intensiver und länger kaut – das regt die Speichelproduktion an und verbessert die Verdauung erheblich.
Getreidefrei oder getreidereduziert: Gutes Stehfutter verzichtet weitgehend oder vollständig auf Getreide wie Hafer, Gerste oder Mais. Das hält den Stärke- und Zuckergehalt niedrig und entlastet den Stoffwechsel.
Vitamine & Mineralstoffe: Trotz geringer Energiedichte liefern Stehfutter eine vollständige Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen (A, D, E) sowie Mineralstoffen wie Calcium, Phosphor, Magnesium und wichtigen Spurenelementen.
Kräuter & natürliche Zusätze: Viele Stehfutter enthalten natürliche Kräuter, die beruhigend, verdauungsfördernd oder entzündungshemmend wirken – etwa Kamille, Melisse, Brennnessel oder Ringelblume.
Was sollte ich beim Kauf eines Stehfutters beachten?
Dauer der Boxenruhe: Je länger die Stallruhephase, desto wichtiger ist eine umfassende Nährstoffversorgung. Kurze Stehtage können mit einem einfachen Fasermüsli überbrückt werden; längere Phasen erfordern ein durchdachtes Ergänzungskonzept.
Grunderkrankung des Pferdes: Ein Pferd nach einer Kolik hat andere Anforderungen als eines mit einem Sehnenschaden. Wähle das Stehfutter immer passend zur Ursache der Boxenruhe.
Empfindlichkeiten & Unverträglichkeiten: Leidet Dein Pferd unter Allergien, Stoffwechselproblemen oder Magengeschwüren? Dann sollte das Stehfutter entsprechend ausgewählt werden – getreide-, melasse- und gegebenenfalls kräuterfrei.
Akzeptanz durch das Pferd: Auch in der Boxenruhe muss das Futter schmecken. Produkte mit natürlichen Aromen aus Kräutern, Karotten oder Äpfeln werden von den meisten Pferden sehr gut angenommen.
Pflege und Lagerung von Stehfutter
Stehfutter sollte trocken, kühl und lichtgeschützt gelagert werden. Einmal geöffnete Säcke oder Feedboxen sollten gut verschlossen und zügig verbraucht werden, um Nährstoffverluste und Schimmelbildung zu verhindern. Überprüfe das Mindesthaltbarkeitsdatum und kaufe lieber kleinere Mengen frisch nach, als große Vorräte anzulegen.
Kaufberatung: Das richtige Stehfutter finden
Nach Preis
Günstige Stehfutter Auch im günstigeren Preissegment findest Du im Ströh-Shop qualitativ hochwertige Optionen, die die wichtigsten Anforderungen an ein Stehfutter erfüllen.
Mittelklasse: Hier findest Du die meisten bewährten Klassiker – gut zusammengesetzte Fasermüslis renommierter Hersteller mit guter Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe.
Profi- und Premiumlösungen für Pferde mit besonderen Anforderungen – etwa bei Rekonvaleszenz nach einer OP oder bei komplexen Stoffwechselerkrankungen – lohnen sich die Investition in ein hochwertiges Spezialistenfutter.
Nach Marke
Im Ströh-Sortiment findest Du bewährte Marken wie St. Hippolyt, Agrobs, Eggersmann, Marstall und natürlich STRÖH selbst. Alle Hersteller stehen für transparente Deklaration, geprüfte Qualität und jahrelange Erfahrung in der Pferdeernährung.
Nach Kategorie
Bestseller & unsere Favoriten
• STRÖH Küsten PURE Müsli – ohne Getreide und Melasse, ideal für Allergiker und empfindliche Pferde.
• St. Hippolyt Equigard – ein Fasermüsli ohne Getreide mit zahlreichen 5-Sterne-Bewertungen. Auch bei Hufrehe und Cushing empfehlenswert.
• Agrobs Alpengrün Müsli – Rohfaserreich und verdauungsfördernd auf Basis bayerischer Alpenkräuter und -gräser.
• Agrobs Alpengrün Mash – die Mash-Variante für besonders bekömmliche, leicht verdauliche Mahlzeiten.
Empfehlungen unserer Experten Du bist unsicher, welches Stehfutter für Dein Pferd das Richtige ist? Unsere kostenlose Futterberatung hilft Dir, die optimale Lösung für Dein Pferd und seine individuelle Situation zu finden.
Häufige Fragen (FAQ) zu Stehfutter für Pferde
Wie lange sollte ich Stehfutter füttern?
Grundsätzlich so lange, wie das Pferd in Boxenruhe ist oder deutlich weniger bewegt wird als gewohnt. Beim Wiederanreiten sollte die Futterumstellung schrittweise erfolgen, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.
Kann ich normales Müsli einfach weglassen und nur Heu füttern?
In kurzen Ruhephasen kann das ausreichen. Bei längerer Boxenruhe deckt Heu allein jedoch nicht den Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen – ein hochwertiges Stehfutter oder Mineralfutter ist dann sinnvoll.
Ist Stehfutter auch für gesunde Pferde geeignet, die wenig geritten werden?
Ja, absolut. Stehfutter eignet sich nicht nur bei Verletzungen, sondern auch für Pferde in der Winterpause, bei schlechtem Wetter oder für Freizeitpferde mit geringem Bewegungspensum.
Wie oft sollte die Stehfutter-Ration gefüttert werden?
Idealerweise in zwei bis drei kleinen Mahlzeiten täglich, um die Verdauung gleichmäßig zu belasten und das Pferd gut zu beschäftigen.
Was tun, wenn mein Pferd das Stehfutter nicht frisst?
Manchmal hilft ein Wechsel des Produkts oder eine Kombination mit einem kleinen Anteil des gewohnten Futters. Produkte mit natürlichen Aromen aus Kräutern oder Wurzelgemüse werden in der Regel sehr gut akzeptiert.
Service & Beratung
Du bist unsicher, welches Stehfutter das richtige für Dich ist? Unser Team steht Dir gerne persönlich zur Verfügung. Wir beraten Dich zu Produktauswahl, Lieferung und allen Fragen rund um das Thema Stehfutter.
Meinung, Erfahrung & Sicherheit
Was andere Pferdebesitzer und Stallbetreiber über Stehfutter sagen, liest Du in unseren Kundenbewertungen unter den Produkten und Erfahrungsberichten aus der Praxis.




