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Hufrehe bei Pferden

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Hufrehe beim Pferd – Ursachen verstehen, gezielt gegensteuern

Was ist Hufrehe beim Pferd?

Definition & Ursachen

Hufrehe ist eine der schwerwiegendsten und schmerzhaftesten Erkrankungen beim Pferd. Sie beschreibt eine Durchblutungsstörung in der Huflederhaut – dem hochsensiblen Gewebe, das das Hufbein mit der Hornwand verbindet. Wenn die Blutversorgung der Huflederhaut gestört wird, schwillt das Gewebe an, kann sich aber im starren Hufhorn nicht ausdehnen. Der entstehende Druck führt zu starken Schmerzen und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich das Hufbein absenkt oder rotiert – mit dauerhaften Folgen für die Hufstruktur und die Beweglichkeit des Pferdes.

Hufrehe ist keine eigenständige Erkrankung, sondern immer die Folge einer zugrunde liegenden Ursache. Häufige Auslöser sind ein übermäßiger Verzehr von zucker- und fruktanreichem Gras oder Getreide, Stoffwechselerkrankungen wie EMS oder PPID, Infektionskrankheiten (Nachgeburtsverhalt, schwere Koliken), langandauerndes Stehen auf hartem Boden (Belastungsrehe) sowie bestimmte Medikamente wie Kortikosteroide.

Unterschied: akute Hufrehe vs. chronische Hufrehe

Eine akute Hufrehe ist ein medizinischer Notfall – das Pferd zeigt plötzlich starke Lahmheit, eine typische Entlastungshaltung mit vorgestellten Vorderbeinen, erhöhte Hufwärme und einen verstärkten Puls an den Fesselarterien. Eine chronische Hufrehe entsteht, wenn akute Schübe unzureichend behandelt werden oder immer wiederkehren – sichtbar an Rehringen im Hufhorn, einer veränderten Hufform und einer dauerhaft eingeschränkten Beweglichkeit. Beide Formen erfordern sofortige tierärztliche Behandlung und ein dauerhaft angepasstes Management.

Kurz erklärt: Warum Fütterung bei Hufrehe so zentral ist

In den meisten Fällen ist die Fütterung entweder direkt an der Entstehung der Hufrehe beteiligt oder ein entscheidender Faktor im Rückfallrisiko. Zucker, Stärke und Fruktane aus dem Futter lösen beim stoffwechselempfindlichen Pferd einen Insulinanstieg aus – und erhöhte Insulinspiegel stehen in direktem Zusammenhang mit der Entstehung von Hufrehe. Eine konsequent zuckerarme, stärkerreduzierte Fütterung ist deshalb die wichtigste dauerhafte Schutzmaßnahme.

Warum ist die richtige Fütterung bei Hufrehe so wichtig?

Hufrehe ist in vielen Fällen eine direkte Folge falscher Fütterung – und in fast allen Fällen ist die Fütterung der entscheidende Faktor für Prävention und Rückfallvermeidung. Kein anderer Bereich des Managements hat einen so direkten und messbaren Einfluss auf das Hufrehe-Risiko wie das, was das Pferd täglich frisst.

  • Insulinanstieg vermeiden: Zuckerarme, stärkereduzierte Ration als wichtigste Grundmaßnahme
  • Fruktan-Aufnahme kontrollieren: Strukturiertes Weidemanagement und Heu mit niedrigem NSC-Gehalt
  • Körpergewicht regulieren: Übergewicht erhöht das Hufrehe-Risiko direkt
  • Huflederhaut versorgen: Biotin, Zink und Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Regeneration des Hufgewebes
  • Grunderkrankungen berücksichtigen: Bei EMS oder PPID muss die Fütterung auf die jeweilige Erkrankung abgestimmt sein

Wirtschaftliche Vorteile für Stallbetreiber

Ein Hufrehe-Schub bedeutet intensive tierärztliche Behandlung, aufwendige Hufschmiedearbeit, lange Stallhaft und oft monatelange Einschränkung der Nutzung. Präventive, konsequent zuckerarme Fütterung ist die kosteneffektivste Maßnahme zur Vermeidung dieser Folgekosten.

Vorteile einer rehesicheren Fütterung auf einen Blick

  • Konsequent niedriger Zucker- und Stärkegehalt in der Gesamtration
  • Kontrolle der täglichen Fruktan-Aufnahme über Heu und Weide
  • Unterstützung eines stabilen Insulinspiegels durch rohfaserbasierte Ernährung
  • Gewichtsmanagement als direkter Schutzfaktor
  • Gezielte Versorgung der Huflederhaut mit Biotin, Zink und Mikronährstoffen
  • Dauerhaft geeignet als Prävention und im Rehabilitationsmanagement

Welche Arten von Hufrehe gibt es beim Pferd?

Hufrehe nach Ursache

Fütterungsbedingte Hufrehe (Grassrehe / Getreidereche) Die häufigste Form. Entsteht durch übermäßige Aufnahme von Zucker, Stärke oder Fruktanen – aus frischem Weidegras, zu viel Getreide oder einer zu abrupten Futterumstellung. Besonders gefährdet sind Ponys, leichtfuttrige Rassen und Pferde mit EMS oder PPID.

Insulinämische Hufrehe Wissenschaftlich gut belegt: Ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel schädigt die Blutgefäße der Huflederhaut. Sie ist die häufigste Form bei Pferden mit EMS oder PPID und erfordert eine konsequent zuckerarme, stärkereduzierte Ration als Dauermaßnahme.

Belastungsrehe Entsteht durch langandauerndes Stehen auf hartem Untergrund oder durch einseitige Belastung. Kein direkter Fütterungszusammenhang, aber eine optimale Nährstoffversorgung unterstützt die Regeneration.

Infektionsbedingte Hufrehe (Toxämische Hufrehe) Folge von schweren Infektionskrankheiten, Nachgeburtsverhalt, Koliken oder anderen systemischen Erkrankungen. Tierärztliche Notfallbehandlung steht im Vordergrund.

Kortisonbedingte Hufrehe Kortikosteroide können als Nebenwirkung eine Hufrehe auslösen. Der behandelnde Tierarzt sollte dieses Risiko bei der Therapieplanung berücksichtigen.

Hufrehe nach Schweregrad

Drohende Hufrehe (Prodromalstadium) Erhöhte Hufwärme, verstärkter Fesselarterienpuls, leichte Empfindlichkeit – aber noch keine sichtbare Lahmheit. Sofortiges Handeln kann in diesem Stadium einen vollständigen Schub verhindern.

Akute Hufrehe Deutliche Lahmheit, Entlastungshaltung, starke Hufwärme, Schmerzen. Notfall – sofortiger Tierarzt.

Chronische Hufrehe Dauerhaft veränderte Hufform, Reheringe, mögliche Hufbeinrotation oder -absenkung. Langfristiges Management aus angepasster Fütterung, regelmäßiger Hufschmiedearbeit und tierärztlicher Kontrolle.

Hufrehe nach Pferdetyp

Hufrehe bei Ponys und Robustpferden Ponys sind die am häufigsten betroffene Gruppe – sie verwerten Futter besonders effizient und reagieren auf Zucker und Fruktane extrem empfindlich. Eine konsequent zuckerarme Ration, kurze Weidezeiten und regelmäßige Gewichtskontrolle sind hier keine Option, sondern Pflicht.

Hufrehe bei Pferden mit EMS EMS ist eine der häufigsten Grundursachen für insulinämische Hufrehe. Die Fütterung muss konsequent auf die Insulinresistenz ausgerichtet sein – kein Getreide, kein Melasse, NSC-armes Heu.

Hufrehe bei Pferden mit Cushing/PPID Der chronisch erhöhte Cortisolspiegel bei PPID fördert eine Insulinresistenz und damit das Hufrehe-Risiko. Medikamentöse Therapie und zuckerarme Fütterung müssen Hand in Hand gehen.

Hufrehe bei Sportpferden Auch Sportpferde können betroffen sein – besonders wenn nach langen Ruhephasen plötzlich viel kraftfutterreiche Nahrung gegeben wird oder bei unzureichendem Weidemanagement.

Welche Inhaltsstoffe müssen bei Hufrehe konsequent gemieden werden?

  • Zucker & Melasse: Direkter Auslöser für Insulinspitzen – auch kleine Mengen können bei empfindlichen Pferden relevant sein
  • Stärke (Getreide): Hafer, Gerste, Mais und Weizen werden schnell zu Glukose abgebaut – für Hufrehe-Pferde weitgehend ungeeignet
  • Frisches Weidegras unkontrolliert: Enthält hohe Fruktanmengen – besonders im Frühjahr, nach Frost und bei Trockenstress
  • Heu mit hohem NSC-Gehalt: NSC sollte im Heu für Hufrehe-Pferde unter 10 Prozent liegen – Heuanalyse empfohlen
  • Zuckerhaltige Leckerlies und Ergänzungen: Inhaltsstoffe genau prüfen – viele Produkte enthalten versteckten Zucker oder Melasse
  • Obst und Gemüse mit hohem Zuckergehalt: Bei akuter Hufrehe und stark betroffenen Pferden einschränken

Welche Inhaltsstoffe sind bei Hufrehe besonders wertvoll?

  • NSC-armes Heu: Die wichtigste Futterquelle – bildet die Basis jeder Hufrehe-Ration
  • Biotin: Unterstützt die Regeneration des Hufhorns und der Huflederhaut
  • Zink & Kupfer: Wichtig für die Integrität des Hufgewebes und die Kollagensynthese
  • Magnesium: Wird im Zusammenhang mit Insulinsensitivität eingesetzt – Dosierung in Absprache mit dem Tierarzt
  • Omega-3-Fettsäuren (Leinöl): Gut untersuchte Versorgungskomponente mit positiven Effekten auf Stoffwechselprozesse
  • Vitamin E: Schützt Zellmembranen in der Huflederhaut vor oxidativem Stress
  • Hochwertiges Protein ohne Energieüberschuss: Für den Muskelerhalt und die Gewebeversorgung

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei akuter Hufrehe

Bei Verdacht auf einen akuten Hufrehe-Schub gilt:

Sofort:

  • Tierarzt rufen
  • Pferd von der Weide nehmen – kein Gras mehr
  • Kein Kraftfutter, nur Wasser und NSC-armes Heu
  • Hufe kühlen – kaltes Wasser oder Eiswasser für 20–30 Minuten, mehrmals täglich
  • Pferd auf weichem Untergrund (Sand, Sägespäne) stellen – kein harter Boden
  • Pferd nicht zwingen zu laufen

Nicht tun:

  • Nicht mit dem Tierarztbesuch warten
  • Nicht Kraftfutter oder Leckerlies geben „um das Pferd zu beruhigen"
  • Nicht auf hartem Untergrund stehen lassen

Was sollte ich beim Kauf von Futter für Hufrehe-Pferde beachten?

  • NSC-Gehalt deklariert: Nur Produkte kaufen, bei denen Zucker- und Stärkegehalt klar angegeben sind
  • Kein Getreide, kein Melasse: Beides ist für Hufrehe-Pferde in der Regel ungeeignet
  • Mineralfutter ohne Energieträger: Reines Mineralfutter versorgt ohne Insulinbelastung
  • Heuanalyse als Basis: Nur mit bekanntem NSC-Gehalt des Heus kann die Gesamtration sicher beurteilt werden
  • Tierärztliche Begleitung: Bei aktiver Hufrehe oder EMS/PPID immer Rationsplanung in Absprache mit dem Tierarzt
  • Vollständige Deklaration: Transparente Inhaltsstoffangaben sind Pflicht

Pflege & Management bei Hufrehe

Neben der Fütterung sind regelmäßige Hufschmiedekontrollen – bei aktiver Hufrehe alle vier bis sechs Wochen – unverzichtbar. Spezielle Rehebeschläge oder orthopädische Hufschuhe können den Druck auf das Hufbein reduzieren und die Regeneration unterstützen. Röntgenaufnahmen geben Aufschluss über den Grad der Hufbeinrotation und sind die Grundlage für die Beschlagsplanung. Weidemanagement – kurze Weidezeiten, magere Flächen, Weidekorb – ist bei chronischen Fällen dauerhaft notwendig.

 

Häufige Fragen (FAQ) zu Hufrehe beim Pferd

Kann Hufrehe beim Pferd geheilt werden?
Eine akute Hufrehe kann mit der richtigen Behandlung vollständig abklingen – wenn sie frühzeitig erkannt und konsequent behandelt wird. Chronische Hufrehe mit Hufbeinrotation hinterlässt dauerhafte Veränderungen, die nicht vollständig rückgängig gemacht werden können. Mit einem konsequenten Managementprogramm können viele Pferde jedoch ein weitgehend normales Leben führen.

Darf ein Hufrehe-Pferd auf die Weide?
Nur mit strikten Einschränkungen – und bei akuter Hufrehe gar nicht. Bei chronischer oder ausgeheilter Hufrehe ist Weidegang mit kurzem Gras, begrenzter Zeit und idealerweise einem Weidekorb möglich. Der Fruktan-Gehalt im Gras ist morgens und abends sowie nach Frost besonders hoch.

Was ist der NSC-Wert im Heu und warum ist er so wichtig?
NSC steht für Non-Structural Carbohydrates – also den kombinierten Gehalt an Zucker und Stärke im Heu. Für Hufrehe-Pferde wird ein NSC-Wert unter 10 Prozent empfohlen. Normales Heu kann Werte von 15 Prozent und mehr aufweisen – ohne Heuanalyse lässt sich der NSC-Gehalt nicht beurteilen.

Sind Karotten und Äpfel für Hufrehe-Pferde erlaubt?
Bei stark betroffenen oder insulinresistenten Pferden sollten zuckerreiche Obst- und Gemüsesorten stark eingeschränkt oder ganz gemieden werden. Im Zweifelsfall gilt: Tierarzt fragen.

Wie häufig sollte ein Hufrehe-Pferd zum Hufschmied?
Bei aktiver oder chronischer Hufrehe empfehlen die meisten Tierärzte und Hufschmiede einen Rhythmus von vier bis sechs Wochen. Regelmäßige Röntgenkontrollen – mindestens einmal jährlich – sind wichtig.

Infothek & Ratgeber

Hufrehe verstehen: Ursachen, Entstehung und was im Huf passiert
NSC im Heu messen lassen: Wie eine Heuanalyse funktioniert und was sie kostet
EMS und Hufrehe: Der Zusammenhang zwischen Insulinresistenz und Hufgesundheit
Weidemanagement für Hufrehe-Pferde: Wie betroffene Pferde sicher Weidegang genießen können

Service & Beratung

Hufrehe ist eine der Diagnosen, die Pferdehalter am meisten belasten. Bei STRÖH begleiten wir Dich mit persönlicher Fachberatung und helfen Dir, eine individuell abgestimmte Fütterungsstrategie zu entwickeln, die Dein Pferd dauerhaft schützt.

Meinung, Erfahrung & Sicherheit

Viele Pferdehalter berichten, wie sich das Wohlbefinden und die Hufgesundheit ihrer Pferde durch eine konsequente Umstellung auf eine getreidefreie, melassefreie, NSC-arme Ration dauerhaft stabilisiert haben. Kundenbewertungen und Erfahrungsberichte aus der Praxis findest Du direkt bei den jeweiligen Produkten im Shop.

Sicherheitshinweis: Akute Hufrehe ist ein tierärztlicher Notfall – bei Verdacht sofort den Tierarzt rufen und das Pferd von der Weide nehmen. Chronische Hufrehe muss dauerhaft tierärztlich und hufschmiedeseitig begleitet werden. STRÖH-Produkte unterstützen das Hufrehe-Management gezielt – sie ersetzen jedoch keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.

 

1Preise inklusive gesetzlicher MwSt., zzgl. Versandkosten und ggf. Mindermengenzuschlag.