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Nierenprobleme beim Pferd – Nierenfunktion verstehen und gezielt unterstützen
Was sind Nierenprobleme beim Pferd?
Definition & Funktion der Nieren
Die Nieren des Pferdes sind paarige Organe, die für die Filtration des Blutes, die Ausscheidung von Abbauprodukten (insbesondere Harnstoff aus dem Proteinstoffwechsel), die Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts, die Steuerung des Blutdrucks und die Aktivierung von Vitamin D verantwortlich sind. Ein gesunder Nierenapparat ist für das Gleichgewicht nahezu aller Körperfluide unverzichtbar.
Nierenprobleme beim Pferd sind seltener als bei Kleintieren, aber wenn sie auftreten, werden sie aufgrund der langen Kompensationskapazität der Nieren häufig erst in fortgeschrittenem Stadium erkannt. Man unterscheidet akutes Nierenversagen (ANV) – meist durch Vergiftungen, Medikamente (NSAID), schwere Dehydration oder Myoglobinurie (Kreuzverschlag) ausgelöst – und chronische Nierenerkrankungen (CNE), die sich über Monate bis Jahre entwickeln.
Unterschied: akutes Nierenversagen vs. chronische Nierenerkrankung
Akutes Nierenversagen setzt rasch ein, ist durch eine klar identifizierbare Ursache ausgelöst und bei frühzeitiger Behandlung oft reversibel. Eine chronische Nierenerkrankung entwickelt sich schleichend, zeigt lange keine klinischen Symptome und ist bei Diagnose oft weit fortgeschritten – da die Nieren eine erhebliche Funktionsreserve haben.
Kurz erklärt: Warum Nierenschonung bei vielen Pferden sinnvoll ist
Nieren werden im Pferdeleben durch verschiedene Faktoren chronisch belastet: zu viel Protein in der Ration (erhöht die Harnstoffproduktion), langfristiger NSAID-Einsatz, wiederkehrende Dehydration (mangelnde Wasserversorgung) und Myoglobinurie nach Kreuzverschlag. Eine nierenfreundliche Fütterung und ausreichende Wasserversorgung sind die wirkungsvollsten präventiven Maßnahmen.
Warum ist die richtige Fütterung bei Nierenproblemen so wichtig?
Die Ernährung hat einen direkten Einfluss auf die Arbeitsbelastung der Nieren und auf die Konzentration potenziell schädigender Substanzen im Blut.
- Proteinmenge anpassen: Weniger Protein = Harnstoff = weniger Nierenbelastung – besonders relevant bei CNE
- Ausreichend Wasser sichern: Die wichtigste nierenschützende Maßnahme – gut hydrierte Nieren scheiden effizienter aus
- Nierentoxische Substanzen meiden: Eichenlaub, Eicheln, Jakobskreuzkraut und bestimmte Medikamente können nierentoxisch sein
- Phosphor reduzieren: Bei chronischer Nierenerkrankung muss die Phosphorzufuhr oft eingeschränkt werden (Rücksprache mit Tierarzt)
- Antioxidativer Schutz: Vitamin E und Selen schützen Nierenzellen vor oxidativem Stress
Wirtschaftliche Vorteile für Stallbetreiber
Nierenkrankheiten sind kostspielig und haben eine schlechte Langzeitprognose. Präventive Fütterungsmaßnahmen sind deutlich günstiger als reaktive Therapien.
Welche Ursachen haben Nierenprobleme beim Pferd?
NSAID-Toxizität
Langfristiger Einsatz von Phenylbutazon, Flunixin und anderen NSAIDs kann direkt zu Nierentubulusschäden führen. Immer niedrigste wirksame Dosis und ausreichend Wasserversorgung bei NSAID-Einsatz.
Dehydration
Schwere oder wiederkehrende Dehydration konzentriert den Harn und belastet die Nieren. Ausreichend Wasser ist die einfachste nierenschützende Maßnahme.
Myoglobinurie nach Kreuzverschlag
Freies Myoglobin aus zerstörten Muskeln ist direkt nephrotoxisch – ein schwerer Kreuzverschlag kann akutes Nierenversagen auslösen.
Vergiftungen
Eichenlaub, Eicheln (Tannine), Acacia-Arten, bestimmte Pilze und chemische Toxine können akutes Nierenversagen verursachen.
Chronische Überproteinversorgung
Langjährig überhöhte Proteinrationen erhöhen die Harnstoffbelastung der Nieren chronisch.
Wie erkenne ich Nierenprobleme bei meinem Pferd?
- Häufigeres Wasserlassen oder sehr viel Urin (Polyurie) – oder umgekehrt sehr wenig Urin
- Gewichtsverlust trotz ausreichend Futter
- Wasseraufnahme stark erhöht oder vermindert
- Schlechter Allgemeinzustand, Schwäche, Apathie
- Ödeme (Wasseransammlungen) unter dem Bauch
- Zahnfleischulzera oder schlechter Mundgeruch (bei urämischem Syndrom)
- Erhöhte Blut-Harnstoff- und Kreatininwerte (nur durch Blutuntersuchung erkennbar)
Welche Inhaltsstoffe unterstützen bei Nierenproblemen?
- Vitamin E & Selen: Antioxidativer Schutz der Nierenzellen
- Ausreichend Wasser: Der wichtigste „Nährstoff" für gesunde Nieren – immer frisches, sauberes Wasser verfügbar
- Nierentoxische Kräuter meiden: Bestimmte Kräuter (z. B. Wacholder in hohen Dosen) können die Nieren belasten – bei CNE mit dem Tierarzt abstimmen
- Proteinarme, hochwertiges Futter: Bei diagnostizierter CNE Proteingehalt der Ration anpassen – aber keine Mangelversorgung, da Protein für den Körper essenziell bleibt
Was sollte ich bei der Fütterung von Nierenpflegepferden beachten?
- Proteinquelle und -menge: Bei CNE hochwertige Proteinquellen bevorzugen und Gesamtmenge anpassen – nur in Absprache mit dem Tierarzt
- Phosphorzufuhr prüfen: Bei CNE oft Phosphorrestriktion notwendig
- Natrium mit Bedacht: Bei Nierenproblemen erhöhte Natrium- und Elektrolytgaben erst nach tierärztlicher Abklärung
- Keine Doppelversorgung: Keine unkontrollierten Ergänzungen ohne Rationsprüfung
- Regelmäßige Blutkontrollen: Bei bekannter CNE alle 3–6 Monate Harnstoff und Kreatinin kontrollieren
Kaufberatung: Die richtigen Produkte bei Nierenproblemen
Nach Preis
Einstieg & Basis: Vitamin-E/Selen-Ergänzung und optimierte Wasserversorgung – einfache, wirkungsvolle Basismaßnahmen.
Mittelklasse: Nierenfreundliche Futtermittel mit angepasstem Protein- und Phosphorgehalt.
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Neuheiten: Innovative, nierenschonende Futtermittel
Empfehlungen unserer Experten: Konzepte für Senioren mit nachlassender Nierenfunktion und Pferde nach Kreuzverschlag
Häufige Fragen (FAQ) zu Nierenproblemen beim Pferd
Sind Nierenprobleme beim Pferd häufig?
Akutes Nierenversagen ist selten, aber ernst. Chronische Nierenerkrankungen sind häufiger als gedacht – da sie lange symptomlos verlaufen, werden sie oft erst spät diagnostiziert. Regelmäßige Blutuntersuchungen helfen bei der Früherkennung.
Kann zu viel Protein die Nieren schädigen?
Bei gesunden Pferden mit ausreichend Wasserversorgung sind gesunde Nieren sehr tolerant gegenüber Proteinüberschuss. Bei bestehender CNE erhöht Proteinüberschuss die Belastung – dann Restriktion in Absprache mit dem Tierarzt.
Wie schütze ich die Nieren meines Pferdes?
Ausreichend frisches Wasser (wichtigste Maßnahme), bedarfsgerechte Proteinversorgung, niedrigstmögliche NSAID-Dosen, Vermeidung nierentoxischer Pflanzen und regelmäßige Blutkontrollen bei Risikopferden.
Wann muss ich mit Nierenproblemen zum Tierarzt?
Bei vermehrtem Wasserlassen, stark erhöhter oder verminderter Wasseraufnahme, Gewichtsverlust ohne erkennbare Ursache, Ödemen oder nach einem schweren Kreuzverschlag – immer sofort.
Infothek & Ratgeber
- Nierengesundheit beim Pferd: Funktion, Risikofaktoren und Prävention
- NSAID und Nieren: Risiken und vorbeugende Maßnahmen
- Wasserversorgung beim Pferd: Warum ausreichend Wasser so entscheidend ist
- Kreuzverschlag und Nieren: Der Zusammenhang und was zu tun ist
- Fachartikel & Studien: Aktuelle Erkenntnisse zur Nierengesundheit beim Pferd
Service & Beratung
Bei STRÖH begleiten wir Dich mit persönlicher Fachberatung für gesunde Nieren und eine nierenschonende Fütterung Deines Pferdes.
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Meinung, Erfahrung & Sicherheit
Viele Pferdehalter berichten, wie sich der Allgemeinzustand ihrer Pferde mit CNE durch eine konsequent nierenfreundliche Fütterung und regelmäßige Blutkontrolle langfristig stabilisiert hat. Erfahrungsberichte aus der Praxis und Kundenbewertungen findest Du direkt bei den jeweiligen Produkten im Shop.
Sicherheitshinweis: Nierenprobleme müssen immer tierärztlich diagnostiziert und behandelt werden – Fütterungsanpassungen bei CNE erfordern tierärztliche Begleitung. Akutes Nierenversagen ist ein medizinischer Notfall. STRÖH-Produkte unterstützen die Nierengesundheit präventiv – sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.




