Pferd hustet: Ursachen, Atemwegserkrankungen und gezielte Unterstützung für die Lunge

Husten in der Box, Schleim aus der Nase, schnelles Atmen nach dem Reiten – wer einmal ein Pferd mit Atemwegsproblemen betreut hat, weiß: Das Thema geht nicht einfach weg. Laut einer aktuellen Reitsport-Studie ist "Atemwege" mit 21,5 Prozent das häufigste gesundheitliche Problem bei Pferden – noch vor Rückenproblemen (16,6 Prozent), Lahmheit (14,9 Prozent) und Magengeschwür (9,1 Prozent). Damit ist etwa jedes fünfte Pferd aktuell betroffen. In diesem Beitrag erfährst Du, wie die Lunge des Pferdes aufgebaut ist, welche Erkrankungen es gibt, wie Du Probleme früh erkennst und was Du konkret dagegen tun kannst.

Wie funktioniert die Lunge beim Pferd?

Die Lunge des Pferdes ist ein beeindruckendes Hochleistungsorgan. Zwei Lungenflügel mit einem Gesamtvolumen von rund 50 Litern liegen geschützt im Brustkorb. Das Atmungssystem beginnt mit den Nüstern und führt über Nasenhöhlen, Kehlkopf und Luftröhre bis zu den Bronchien, die sich baumartig verzweigen und schließlich in den Alveolen – den Lungenbläschen – enden. Dort findet der lebensnotwendige Gasaustausch statt: Sauerstoff gelangt ins Blut, Kohlendioxid wird abgeatmet.

Eine wichtige Besonderheit: Pferde atmen ausschließlich durch die Nase. Sie sind anatomisch nicht in der Lage, durch das Maul zu atmen. Das macht die Gesundheit der oberen Atemwege besonders kritisch.

Die Lunge des Pferdes schützt sich durch mehrere natürliche Mechanismen: Schleimproduktion bindet Partikel und Krankheitserreger, Flimmerhärchen transportieren Fremdkörper nach außen, Fresszellen (Makrophagen) eliminieren Bakterien, und Husten funktioniert als reflexartiger Reinigungsmechanismus. Diese Systeme sind effektiv – aber bei dauerhafter Belastung durch Staub, Schimmelsporen oder Allergene können sie überlastet werden und langfristigen Schaden nehmen.

Welche Atemwegserkrankungen gibt es beim Pferd?

Akute Bronchitis

Eine akute Bronchitis entsteht durch virale oder bakterielle Infekte – typische Erreger sind Pferdeinfluenza, Equines Herpesvirus oder Streptokokken. Die Entzündung führt zu geschwollenen Atemwegen, erschwerter Atmung und vermehrter Schleimproduktion. Typische Symptome sind anfänglich schleimiger, später trockener Husten, Nasenausfluss, gelegentlich Fieber über 38,5 Grad sowie geschwollene Lymphknoten am Hals.

Die gute Nachricht: Eine akute Bronchitis heilt bei konsequenter Behandlung und ausreichend Erholung meist folgenlos aus. Das Risiko entsteht dann, wenn die Erkrankung nicht ernst genug genommen oder nicht vollständig auskuriert wird – denn daraus kann sich eine chronische Form entwickeln.

COB — Chronisch Obstruktive Bronchitis

Die COB, umgangssprachlich auch "Dämpfigkeit" genannt, entwickelt sich schleichend über Monate. Staubiges Heu, Schimmelsporen, mangelnde Stallbelüftung und Allergene sind die häufigsten Auslöser. Die Bronchien verengen sich dauerhaft, Schleim staut sich, und die Lunge des Pferdes verliert zunehmend an Leistungsfähigkeit. Im Frühstadium fällt gelegentlicher Husten beim Anreiten auf, im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu deutlich erschwerter Atmung auch in Ruhe, vermehrtem gelblichem Nasenausfluss und stark eingeschränkter Belastbarkeit.

RAO und equines Asthma

RAO (Recurrent Airway Obstruction, früher COPD) ist die schwerste Form chronischer Atemwegserkrankungen beim Pferd. Es handelt sich um eine asthmaähnliche Erkrankung mit wiederkehrender Atemwegsobstruktion, die nicht heilbar, aber managbar ist – vorausgesetzt, alle Auslöser werden konsequent eliminiert. Sichtbare Bauchatmung in Ruhe, eine ausgeprägte Flankenatmung und dauerhaft eingeschränkte Leistung sind typische Zeichen. Der Schaden, der an der Lunge des Pferdes bereits entstanden ist, bleibt bestehen. Umso wichtiger ist frühzeitiges Handeln. Das STRÖH Atemfrei in der Feedbox-Dose oder die STRÖH Atemluft flüssig können Dein Pferd unterstützen.

Allergischer Husten

Pferde können auf verschiedene Umweltallergene reagieren: Pollen, Futtermilben in Kraft- oder Raufutter, Schimmelsporen oder trockene Einstreu. Allergischer Husten tritt oft saisonal auf und kündigt sich zunächst durch Abhusten zu Beginn des Trainings und beidseitigen Nasenausfluss an. Leistungsabfall folgt in der Regel erst bei fortgeschrittener Erkrankung.

Woran erkennst Du Probleme mit der Lunge des Pferdes frühzeitig?

Wer täglich mit seinem Pferd arbeitet, hat die beste Grundlage für Früherkennung. Viele Atemwegsprobleme kündigen sich lange an, bevor sie als eindeutige Diagnose sichtbar werden. Auf folgende Signale solltest Du achten:

  • Vereinzeltes Husten in der Box, besonders wenn das Pferd ans Heu geht

  • Klarer oder leicht gelblicher Nasenausfluss, vor allem morgens

  • Schnellere Atmung nach normaler Belastung als sonst

  • Leistungsabfall ohne andere erkennbare Ursache

  • Sichtlich stärkere Bauchatmung in Ruhe

  • Husten beim Angaloppieren oder unter Belastung

In Ruhe sollten Pferde acht bis 16 Atemzüge pro Minute haben. Höhere Werte können auf Probleme hinweisen – ein einfaches tägliches Monitoring kostet nichts und kann viel bewirken.

Wann sofort zum Tierarzt?

Bei folgenden Symptomen solltest Du nicht abwarten:

  • Anhaltender Husten über mehr als zwei bis drei Tage

  • Fieber ab 38,5 Grad Celsius

  • Eitriger oder blutiger Nasenausfluss

  • Sichtbare Atemnot oder starkes Flankenziehen in Ruhe

  • Deutlicher Leistungsabfall über mehrere Wochen

  • Futterteile aus der Nase (mögliche Schlundverstopfung – das ist ein Notfall)

Hausmittel und Kräuter können die Genesung unterstützen, aber sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose. Je früher eine Erkrankung abgeklärt wird, desto geringer ist das Risiko einer Chronifizierung – und desto günstiger ist die Behandlung langfristig.

Die drei häufigsten Ursachen für Atemwegsprobleme

1. Heuqualität

Staubiges oder schimmeliges Heu ist die mit Abstand häufigste Ursache für Probleme mit der Lunge des Pferdes. Trockenes Heu enthält Schimmelpilzsporen und Staubpartikel, die die empfindlichen Schleimhäute der Atemwege reizen. Gutes Heu erkennt man am aromatischen Geruch, der grünlich-gelben Farbe und einem Staubgehalt bei unter 15 Prozent Restfeuchte. Dunkle Verfärbungen, muffiger Geruch oder weißliche Stellen sind Zeichen für Schimmelbefall – solches Heu gehört nicht in den Futtertrog.

Für empfindliche Pferde gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Heu einweichen: 20 bis 30 Minuten in Wasser reduzieren den Staubgehalt um bis zu 90 Prozent. Günstig und sofort umsetzbar, aber aufwendig und mit gewissem Nährstoffverlust.

  • Heu bedampfen: Ein Heudampfer erhitzt das Heu auf rund 100 Grad und tötet Schimmelsporen sowie Milben effektiv ab – bei deutlich geringerem Nährstoffverlust als beim Wässern. Der Goldstandard bei COB oder RAO.

  • Heucobs oder Heulage: Gepresste Heu-Pellets oder fermentiertes Heu enthalten kaum Staubpartikel und können als Ergänzung oder Teilersatz sinnvoll sein.

2. Stallklima und Belüftung

Innenboxen ohne direkte Frischluftzufuhr, schlecht belüftete Reihenanlagen und hohe Ammoniakkonzentrationen aus mangelhaft ausgemisteten Boxen belasten die Lunge des Pferdes täglich. Eine Außenbox mit Paddockzugang ist atemwegstechnisch ein Vielfaches besser als jede klassische Innenbox. Wer nicht wechseln kann oder will: Auslaufzeiten konsequent verlängern, Boxenfenster auch im Winter öffnen und auf staubarme Einstreu umsteigen. Stroh staubt stark und enthält oft mehr Schimmelsporen als Späne, Pellets oder Hanfgranulat.

3. Allergene und Pollenbelastung

Durch längere Pollensaisons und häufiger auftretende Schimmelsporen im Heu wird die Situation für allergisch sensible Pferde von Jahr zu Jahr anspruchsvoller. Pollen und Sporen kommen auch bei Stallhaltung über Lüftung und Einstreu zu den Pferden – ein geschlossener Stall bietet also keinen zuverlässigen Schutz.

Was hilft der Lunge – Fütterung und Ergänzung

Die richtige Fütterung als Basis

Schimmelfreies, staubarmes Raufutter ist die wichtigste Stellschraube. Wer zusätzlich gezielt unterstützen möchte, findet bei STRÖH passende Produkte. Das MÜHLDORFER Kräuter-Müsli wurde auf Basis zahlreicher Forschungsreihen speziell für Pferde mit Lungen- und Atemwegsproblemen entwickelt. Wertvolle Kräuter und deren ätherische Öle wirken sich positiv auf Schleimhäute und Atemwege aus – ideal für allergische Huster und Pferde mit chronischer Belastung.

Kräuter und Ergänzungsfutter

Bestimmte Kräuter werden traditionell zur Unterstützung der Atemwege eingesetzt und können die Schleimhäute beruhigen sowie den Schleimabtransport fördern:

  • Spitzwegerich – schützt die Atemwegsschleimhäute und gilt als eines der bekanntesten Atemwegskräuter

  • Thymian — wirkt schleimlösend, die enthaltenen ätherischen Öle unterstützen die Atemwege

  • Fenchel und Anis — schleimlösend und von Pferden wegen des süßlichen Geschmacks gut angenommen

  • Eukalyptus und Pfefferminze — ätherische Öle, die die Atemwege befreien und beruhigen können

HELTIE Horse Atemwege auf Basis von Eukalyptus, Echinacea (Sonnenhut), weißer Weide und Schisandra ist eine natürliche Wahl zur Unterstützung gereizter Atemwege – kann über das Futter gegeben oder direkt verabreicht werden. Für den Stall-Alltag praktisch: der Derby Horslyx Respiratory Leckstein, der die Atemwege auf Futterbasis unterstützt und sich besonders für Pferde mit Staubempfindlichkeiten eignet.

Wer sein Pferd ganzheitlich und typgerecht unterstützen möchte, kann auf das VEYA METALL-TYP 1 Lunge & Atemwege setzen: Der flüssige Kräutersirup kombiniert Efeu, Thymian, Fenchel, Eukalyptus und Sternanis – allesamt Kräuter, die schleimlösend wirken und das Abhusten begünstigen können. Entwickelt auf Basis der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) richtet er sich speziell an den sogenannten METALL-TYP – das strukturierte, empfindliche Pferd, das in der TCM der Lunge zugeordnet wird. Einmal täglich über das Futter gegeben, ist er einfach in den Stallalltag zu integrieren – dopingfrei und Made in Germany.

Nährstoffe für die Lunge Pferd

Neben Kräutern spielen bestimmte Nährstoffe eine wichtige Rolle:

Eine ausgewogene Grundversorgung mit hochwertigem Raufutter und einem angepassten Mineralfutter ist die Basis – gezielte Ergänzungsfuttermittel können darüber hinaus sinnvoll sein, wenn ein konkretes Atemwegsproblem besteht.

Inhalation beim Pferd – gezielte Unterstützung für gesunde Atemwege

Atemwegserkrankungen durch Staub, feuchte Stallluft oder saisonale Belastungen sind bei Pferden weitverbreitet. Eine bewährte Methode, die Bronchien gezielt zu entlasten, ist die Inhalation: Eine fein vernebelte Sole- oder Kochsalzlösung gelangt direkt in die Atemwege, löst festsitzenden Schleim und unterstützt die natürliche Selbstreinigung der Lunge. Besonders bei Pferden mit chronisch empfindlichen Atemwegen kann regelmäßiges Inhalieren Rückfällen vorbeugen und die Genesung beschleunigen. Bei STRÖH findest Du dafür passende Produkte – vom Flexineb E3 Inhalator-Komplettset bis zum SaHoMa-II Inhalationsset – sowie die bitopEQUI bi-medEctoin easy breath als bewährte Inhalationslösung.

Bewegung, Haltung und langfristige Gesunderhaltung

Regelmäßige Bewegung an frischer Luft ist für die Lunge des Pferdes unverzichtbar. Beim Bewegen transportieren Pferde Schleim auf natürlichem Weg aus den Atemwegen – wenig Auslauf bedeutet weniger Selbstreinigung. Ein Mindestmaß von vier Stunden täglich an der frischen Luft wird empfohlen, idealerweise mehr. Bei Pferden mit bestehenden Atemwegsproblemen kann der Wechsel zu Offenstall- oder Robusthaltung deutliche Verbesserungen bewirken.

Angepasstes Training kann die Lungenkapazität verbessern und die Atemmuskulatur stärken – aber bei Pferden mit Atemwegserkrankungen gilt: Moderate, gleichmäßige Belastung ist in der Regel besser verträglich als intensive Intervalle. Bei Husten oder anderen Symptomen während des Trainings immer stoppen und abklären. Die 6 Tipps für hustende Pferde können Dir dabei helfen.

Fazit: Die Lunge des Pferdes schützen – lieber früher als später

Die Lunge des Pferdes ist leistungsfähig, aber empfindlich. Gutes Heu, frische Luft, staubarme Haltung und ein aufmerksamer Blick auf tägliche Veränderungen sind die wirksamsten Hebel – für Einsteiger genauso wie für erfahrene Pferdebesitzer. Kräuter und Ergänzungsfutter können die Atemwegsgesundheit sinnvoll unterstützen. Bei anhaltenden Symptomen führt aber kein Weg am Tierarzt vorbei. Frühe Diagnostik ist immer günstiger als die Behandlung einer chronisch gewordenen Erkrankung – und Dein Pferd wird es Dir danken.


Die Gesunderhaltung der Pferdelunge erfordert ein ganzheitliches Management aus optimaler Haltung, qualitativ hochwertigem Futter und aufmerksamer Beobachtung. Präventive Maßnahmen sind der Schlüssel zu langfristiger Atemwegsgesundheit und Leistungsfähigkeit. Bei STRÖH E-Commerce GmbH findest Du eine umfassende Auswahl an staubarmen Einstreuprodukten, hochwertigem Pferdefutter und Pflegeprodukten, die zur Gesundheit Deines Pferdes beitragen. Mit versandkostenfreier Lieferung ab 119 Euro und der innovativen Feedscanner-Technologie unterstützt STRÖH Dich dabei, die optimale Versorgung für Dein Pferd zusammenzustellen.

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