Passendes Paddock für Dein Pferd: Tipps für artgerechte Haltung

Die artgerechte Haltung von Pferden steht im Fokus wie nie zuvor. Immer mehr Pferdebesitzer suchen nach innovativen Lösungen, um das Wohlbefinden ihrer Tiere zu steigern. Ein optimal gestaltetes Paddock bietet dabei nicht nur mehr Bewegungsfreiheit, sondern fördert auch Gesundheit und Sozialverhalten.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und moderne Stallkonzepte zeigen, wie wichtig flexible Auslaufflächen für Pferde sind. Ein gut geplantes Paddock bringt zahlreiche Vorteile und unterstützt nachhaltige, sichere Pferdehaltung.

In diesem Guide erwarten Dich praktische Tipps, Planungshilfen und Expertenwissen. Du erfährst, wie Du Paddocks zukunftsfähig und artgerecht gestaltest. Von den Grundlagen über Bau und Ausstattung bis hin zu Pflege, Fehlervermeidung und rechtlichen Aspekten – dieser Leitfaden liefert Dir alle wichtigen Informationen für eine verantwortungsvolle Haltung.

Was ist ein Paddock und warum ist er für Pferde wichtig?

Ein Paddock steht heute im Mittelpunkt moderner Pferdehaltung. Doch was genau ist ein Paddock und weshalb ist es so wichtig für das Wohlbefinden unserer Pferde? In den folgenden Abschnitten werfen wir einen detaillierten Blick auf Definition, Nutzen und Herausforderungen dieser Haltungsform.

Definition und Arten von Paddocks

Der Begriff "Paddock" beschreibt einen befestigten Auslauf, der direkt an den Stall oder eine Box angrenzt. Im Gegensatz zur klassischen Weide, die meist mit Gras bewachsen ist, verfügt ein Paddock über einen trittsicheren, meist sandigen oder mit Platten befestigten Boden.

Man unterscheidet verschiedene Paddock-Typen:

  • Einzelpaddock (für ein Pferd)

  • Gruppenpaddock (für mehrere Pferde)

  • Offenstall-Paddock (direkter Zugang vom Stall)

  • Boxenpaddock (kleiner Außenbereich an der Box)

Bedeutung für das Pferdewohl

Ein Paddock erfüllt elementare Grundbedürfnisse: Bewegung und Sozialkontakt. Ein Paddock ermöglicht den Tieren ganztägig, sich frei zu bewegen, zu spielen oder ihre Umgebung zu erkunden.

Studien zeigen, dass Pferde mit Paddockzugang weniger Stress und Aggressionen zeigen. Zudem werden natürliche Bewegungsabläufe gefördert und das Risiko für Krankheiten wie Koliken oder Hufrehe sinkt deutlich. Ein Paddock profitiert somit physisch und psychisch von dieser Haltungsform.

Vorteile gegenüber reiner Stallhaltung

Im Vergleich zur reinen Stallhaltung genießt das Paddock zahlreiche Vorteile. Es erhält regelmäßig frische Luft, viel Tageslicht und vielfältige Umweltreize, die seine Sinne ansprechen.

Durch den täglichen Auslauf im Paddock werden Muskulatur und Kondition optimal gefördert. Die Abwechslung im Alltag beugt Langeweile und Verhaltensstörungen wie Weben oder Koppen vor. Erfahrungsberichte aus modernen Reitanlagen bestätigen, dass das Paddock insgesamt ausgeglichener, gesünder und zufriedener ist als reine Stallpferde.

Herausforderungen und Grenzen

Trotz aller Vorteile bringt die Paddock-Haltung auch Herausforderungen mit sich. Der Platzbedarf und die Investitionskosten sind für viele Betriebe eine Hürde. Zudem erfordert der Paddock ein durchdachtes Management, da Wetter, Matsch, Staub oder Hitze den Pflegeaufwand erhöhen.

In der Gruppenhaltung steigt das Konfliktpotenzial, weshalb klare Regeln und Beobachtung wichtig sind. Auch rechtliche Vorgaben und nachbarschaftliche Aspekte müssen frühzeitig beachtet werden. Wer ein Pferd artgerecht halten will, sollte diese Faktoren von Anfang an in die Planung einbeziehen.

Planung und Bau eines artgerechten Paddocks

Die Planung für einen artgerechten Auslauf ist die Grundlage für Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden Deines Pferdes. Nur mit einem durchdachten Konzept entstehen langlebige, sichere und tiergerechte Flächen. In diesem Abschnitt erfährst Du, worauf es in jeder Bauphase ankommt.

Standortwahl und Größe

Der richtige Standort ist entscheidend für das Paddock. Laut FN sollten pro Pferd mindestens 40 bis 60 Quadratmeter eingeplant werden, optimal sind über 100 Quadratmeter. Achte auf eine ebene Fläche, gute Bodenverhältnisse und eine effektive Drainage. Das Paddock sollte möglichst nah am Stall liegen, aber auch Abstand zu Nachbargrundstücken wahren.

Hanglagen bieten Vorteile bei der Entwässerung, während eine windgeschützte Ausrichtung den Komfort erhöht. Plane für mehrere Pferde ausreichend Platz, um Stress und Konflikte zu vermeiden. Ein Paddock, der gut dimensioniert ist, unterstützt natürliche Bewegungsabläufe und wirkt sich positiv auf die Gruppendynamik aus.

Bodenaufbau und Befestigung

Ein stabiler Bodenaufbau ist für das Paddock unverzichtbar. Die klassische Schichtung besteht aus einer Tragschicht, einer Drainageschicht und einer Tretschicht. Materialien wie Paddockplatten, Kies, Sand oder Gittermatten sorgen für Trittsicherheit und minimieren Matschbildung.

Einzäunung und Sicherheit

Die Sicherheit im Paddock beginnt mit dem Zaun. Geeignete Zaunarten sind Holz, Metall, Kunststoff oder Elektrozäune. Für Großpferde sollte die Zaunhöhe mindestens 1,40 Meter betragen. Achte auf stabile Pfosten, keine scharfen Kanten und lückenlose Abschlüsse, um Verletzungen zu vermeiden.

Tore sollten breit genug für Maschinen und Pferde sein, stabile Verschlüsse und einen separaten Menschenschlupf bieten. Ein Paddock mit sicherer Einzäunung schützt nicht nur das Pferd, sondern auch die Umgebung.

Witterungsschutz und Schattenspender

Ein gut geplantes Paddock benötigt Schutz vor Witterungseinflüssen. Überdachungen, mobile Unterstände oder Wetterschutzwände bieten Sicherheit bei Regen, Wind und Schnee. Natürlicher Schatten durch Bäume oder Sonnensegel ist im Sommer unverzichtbar.

Die Integration von Schattenspendern und Windschutz in bestehende Stallgebäude ist oft möglich. Kombilösungen, die sowohl im Sommer als auch im Winter funktionieren, erhöhen den Komfort für die Tiere und fördern deren Wohlbefinden.

Kosten, Förderungen und Nachhaltigkeit

Die Kosten für ein Paddock liegen durchschnittlich bei 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter. Fördermöglichkeiten, etwa durch Agrarprogramme, können die Investition erleichtern. Nachhaltige Materialien und eine ökologische Bauweise senken langfristig die Betriebskosten.

Achte auf Energieeffizienz und Umweltaspekte, wie Regenwassernutzung oder recycelbare Baustoffe. Ein nachhaltiges Paddock spart nicht nur Geld, sondern sichert auch die Gesundheit Deines Pferdes und die Zukunft Deines Betriebs.

Die richtige Ausstattung für den Paddock: Komfort und Funktionalität

Eine durchdachte Ausstattung ist ein entscheidender Faktor für das Wohlbefinden Deiner Pferde im Paddock. Komfort und Funktionalität gehen Hand in Hand, um Gesundheit, Sicherheit und Beschäftigung zu gewährleisten. Im Folgenden erhältst Du einen Überblick über die wichtigsten Ausstattungsmerkmale, die in keinem Paddock fehlen sollten.

Tränken und Fütterungsstationen

Wasser und Futter sind zentrale Säulen in jeder Paddockanlage. Frostsichere Selbsttränken sorgen dafür, dass Pferde das ganze Jahr über Zugang zu frischem Wasser haben. Automatische Wassersysteme erleichtern die tägliche Kontrolle.

Bei der Fütterung sind Heuraufen und Fressständer beliebt. Sie minimieren Futterverluste und beugen Futterneid vor, indem sie für Abstand zwischen den Tieren sorgen. Die Positionierung der Stationen sollte so gewählt werden, dass Futter nicht unnötig verschmutzt wird.

Regelmäßige Reinigung der Tränken und Fütterungsbereiche trägt dazu bei, Keimbildung zu vermeiden. Viele Offenstallbetreiber berichten, dass sich durch diese Maßnahmen das Wohlbefinden im Paddock deutlich verbessert.

Beschäftigung und Bewegungsanreize

Abwechslung ist für jedes Paddock essenziell. Beschäftigungsmöglichkeiten wie Spielzeuge, Lecksteine oder Beschäftigungsbälle regen Pferde zu natürlicher Aktivität an. Besonders beliebt sind Baumstämme oder kleine Hügel, die das Gelände strukturieren.

Trail-Elemente, wie kleine Sprünge oder Slalomstangen, fördern die Bewegung und sorgen für zusätzliche Motivation. Sichtkontakt zu anderen Pferden unterstützt das Sozialverhalten und verhindert Langeweile.

Erfolgreiche Aktivstall-Konzepte zeigen, dass durch kreative Gestaltung der Paddockanlage die Tiere deutlich ausgeglichener und gesünder bleiben.

Bodenbeläge und Trittschutz

Die Wahl des richtigen Bodens ist für Paddocks entscheidend. Sand, Hackschnitzel und Gummimatten bieten unterschiedliche Vorteile: Sand ist günstig und gelenkschonend, kann aber schnell verschmutzen. Gummimatten erhöhen die Trittsicherheit und sind leicht zu reinigen. Paddockmatten verhindern Matschbildung und reduzieren das Verletzungsrisiko.

Eine regelmäßige Reinigung ist unerlässlich, um Krankheiten vorzubeugen.

Beleuchtung und Sicherheitstechnik

Gerade in den dunkleren Monaten erhöht eine gute LED-Beleuchtung die Sicherheit im Paddock. Bewegungsmelder sorgen dafür, dass Wege und Futterstellen immer ausreichend beleuchtet sind, ohne unnötigen Stromverbrauch.

Kamerasysteme und Notbeleuchtung bieten zusätzlichen Schutz vor Einbruch und Vandalismus. Fluchtwege müssen jederzeit frei und erkennbar sein. Hochwertige Sicherheitstechnik schafft nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Halter ein beruhigendes Gefühl.

Moderne Stallanlagen setzen auf smarte Lösungen, um den Paddock rund ums Jahr optimal zu schützen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Paddock richtig anlegen und pflegen

Ein gut geplantes Paddock ist das Fundament für eine artgerechte Pferdehaltung. Mit einer klaren Schritt-für-Schritt-Anleitung sicherst Du langfristige Gesundheit und das Wohlbefinden Deiner Tiere. Jeder Schritt trägt dazu bei, häufige Fehler zu vermeiden und die Anlage optimal zu betreiben.

Schritt 1: Bedarfsanalyse und Planung

Zu Beginn steht die genaue Analyse der Bedürfnisse Deiner Pferde. Berücksichtige die Anzahl und Größe der Tiere sowie die geplante Nutzung des Paddocks. Prüfe Bodenverhältnisse, Klima und die Lage auf dem Gelände. Informiere Dich über örtliche Bauvorgaben und hole bei Bedarf Genehmigungen ein.

Eine realistische Zeit- und Kostenplanung ist essenziell. Erstelle eine Checkliste: Wie viel Platz steht zur Verfügung, welche Materialien sind notwendig und welche Fristen müssen eingehalten werden? So schaffst Du die Grundlage für einen erfolgreichen Paddock.

Schritt 2: Bau und Einrichtung

Nach der Planung folgt die bauliche Umsetzung. Hebst Du den Boden aus und sorgst für einen stabilen Schichtenaufbau. Eine gute Drainage verhindert Matsch und erhält die Trittsicherheit im Paddock. Wähle langlebige Materialien wie Paddockplatten oder Sand, um den Untergrund optimal zu gestalten.

Montiere stabile Zäune und sichere Tore, die den Anforderungen Deiner Pferde entsprechen. Installiere Tränken und Fütterungsstationen an passenden Stellen. Abschließend prüfe alle Elemente auf Funktion und Sicherheit, bevor die Pferde das Paddock nutzen.

Schritt 3: Integration ins Stallmanagement

Das Paddock wird erst durch sinnvolle Integration in den täglichen Ablauf zum Erfolgsmodell. Lege feste Routinen für die Nutzung fest und stimme Paddockzeiten mit Weidegang und Stallhaltung ab. Berücksichtige dabei die Jahreszeiten und das Sozialverhalten der Pferde.

Achte auf klare Regeln bei der Gruppenhaltung und gestalte den Tagesablauf strukturiert. Vermeide lange Stallruhe und Fütterungsfehler, um Gesundheitsschäden vorzubeugen.

Schritt 4: Laufende Pflege und Wartung

Die tägliche Pflege des Paddocks ist entscheidend für Sauberkeit und Sicherheit. Entferne regelmäßig Mist und kontrolliere den Zustand von Boden, Zaun und Ausstattungen. Achte auf Verletzungsquellen und behebe kleinere Schäden sofort.

Im Jahresverlauf sind besondere Aufgaben zu beachten: Im Frühling und Herbst steht die Drainagepflege an, im Winter der Schutz vor Frost und Glätte. Führe eine Dokumentation, um Wartungsintervalle und Auffälligkeiten im Paddock im Blick zu behalten.

Schritt 5: Fehler vermeiden und Optimierung

Viele Probleme beim Paddock entstehen durch zu kleine Flächen, schlechte Drainage oder billige Zäune. Erkenne typische Fehler frühzeitig, etwa durch Matschbildung oder Verletzungen. Hole regelmäßig Feedback von Nutzern ein und beobachte das Verhalten der Pferde.

Optimiere die Anlage kontinuierlich: Tausche Erfahrungen mit anderen Haltern aus und passe das Management an neue Erkenntnisse an. Ein bestehendes Paddock lässt sich oft mit kleinen Maßnahmen verbessern, um Komfort und Sicherheit weiter zu erhöhen.

Paddock-Management im Jahresverlauf: Von Frühling bis Winter

Die Bedürfnisse eines Paddocks ändern sich mit den Jahreszeiten. Um die Gesundheit und das Wohlbefinden zu sichern, ist ein angepasstes Management unerlässlich. Jede Saison bringt spezifische Herausforderungen, die gezielte Maßnahmen erfordern.

Frühling/Sommer: Wachstum und Hitze

Im Frühling und Sommer steht beim Paddock die Trittsicherheit nach dem Winter an erster Stelle. Kontrolliere den Boden auf Unebenheiten und beseitige eventuelle Gefahrenstellen. Staubentwicklung kann an heißen Tagen zunehmen, daher ist eine gelegentliche Bewässerung hilfreich.

Achte auf ausreichend Schatten, zum Beispiel durch Bäume oder Sonnensegel. Hitze und Insekten belasten das Pferd besonders stark. Ein effektiver Schutz vor Sommerproblemen im Paddock ist entscheidend, um Stress und gesundheitliche Risiken zu minimieren.

  • Schattenplätze schaffen

  • Tränken regelmäßig kontrollieren

  • Insektenabwehr optimieren

Die Integration von Weidegang in den Tagesablauf sorgt für Abwechslung und beugt Überhitzung vor.

Herbst: Vorbereitung auf die nasse Jahreszeit

Im Herbst sollte das Paddock optimal auf Regen und matschige Bedingungen vorbereitet werden. Eine funktionierende Drainage ist jetzt besonders wichtig, um Staunässe und Matschzonen zu vermeiden. Entferne regelmäßig Laub, da es zu Rutschgefahr führen kann.

Passe die Fütterung an, da weniger Weidegras zur Verfügung steht. Überprüfe Zäune und Tore auf Stabilität und Funktion, um die Sicherheit auch bei schlechterem Wetter zu gewährleisten.

  • Bodenpflege vor Regenperioden

  • Laubentfernung als tägliche Routine

  • Kontrolle auf Matschzonen und Drainage, gegebenenfalls Paddockplatten verlegen

Mit vorausschauender Planung bleibt das Paddock auch bei Schmuddelwetter sicher und nutzbar.

Winter: Kälte, Schnee und Eis

Der Winter stellt das Paddock vor besondere Herausforderungen. Frostsichere Tränken sind unerlässlich, damit das Wasser nicht gefriert. Schnee und Eis müssen regelmäßig entfernt werden, um Ausrutschgefahr zu vermeiden.

Eine zusätzliche Einstreu kann dem Pferd Wärme bieten und den Komfort erhöhen. Nutze Sand oder Split, um glatte Flächen sicherer zu machen. Winterfeste Paddockanlagen mit überdachten Bereichen sind besonders empfehlenswert.

  • Frostschutz für Wasserstellen

  • Tägliche Kontrolle auf Glätte

  • Zusätzliche Einstreu bei Kälte

So bleibt das Paddock auch im Winter artgerecht und sicher.

Ganzjährige Herausforderungen und Lösungen

Ganzjährig ist beim Paddock Hygiene das A und O. Regelmäßige Reinigung und Kontrolle auf Verletzungen verhindern Krankheitsausbrüche. Passe die Routinen flexibel an Wetterextreme an – bei Starkregen oder Hitze können Notpaddocks sinnvoll sein.

Erfahrungsaustausch mit anderen Pferdehaltern bringt oft wertvolle Tipps für das Paddockmanagement. Die regelmäßige Dokumentation von Pflege und Wartung hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen.

  • Hygiene und Krankheitsprävention

  • Anpassung an Wetterextreme

  • Kontinuierliche Kontrolle und Dokumentation

Mit durchdachtem Management bleibt das Paddock das ganze Jahr über ein sicherer und gesunder Lebensraum.

Häufige Fehler und wie Du diese vermeidest

Fehler in der Paddock-Pferdehaltung können weitreichende Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden Deiner Tiere haben. Viele Probleme entstehen durch Unachtsamkeit, falsche Planung oder fehlende Routine. Im Folgenden werden die häufigsten Fehler aufgezeigt und praxisnahe Lösungen präsentiert.

Zu kleine oder schlecht geplante Paddocks

Ein häufiger Fehler ist, dass der Paddock deutlich zu klein dimensioniert wird. Wird die empfohlene Mindestfläche unterschritten, fehlt es den Tieren an Bewegungsfreiheit und Beschäftigung. Das Risiko von Stress, Verletzungen und Verhaltensstörungen steigt.

Typische Probleme:

  • Überbelegung führt zu Konkurrenz und Unruhe

  • Fehlende Bewegungsanreize machen das Paddock unattraktiv

  • Keine Möglichkeit zum Rückzug oder zur Gruppenbildung

Die Lösung: Plane den Paddock immer mit Wachstumsperspektive. Berücksichtige zukünftige Veränderungen im Bestand und schaffe ausreichend Platz für alle Pferde.

Mangelhafte Bodenbefestigung und Drainage

Viele Paddockanlagen leiden unter matschigem Untergrund und schlechter Entwässerung. Ohne professionelle Bodenbefestigung entstehen schnell Matschzonen, Staunässe und Verletzungsgefahren.

Häufige Ursachen:

  • Falsche oder billige Materialien

  • Fehlender Aufbau von Tragschicht, Drainage und Tretschicht

  • Unzureichende Pflege nach Regenperioden

Investiere in ein solides Bodensystem. Laut Experten entstehen etwa 70 % aller Haltungsprobleme beim Paddock durch Fehler beim Bodenaufbau. Durch professionelle Planung sparst Du langfristig Zeit und Tierarztkosten.

Unsichere Zäune und Tore

Zäune und Tore sind das wichtigste Sicherheitsmerkmal im Paddock. Schlechte oder defekte Einzäunungen erhöhen das Verletzungsrisiko und bieten keinen ausreichenden Schutz vor Ausbruch oder Fremdzugang.

Achte auf:

  • Stabile, hochwertige Materialien (Holz, Metall, Kunststoff)

  • Keine scharfen Kanten oder Lücken

  • Menschenschlupfe für den Notfall

Regelmäßige Kontrollen und Wartung sind unerlässlich. So vermeidest Du Schäden und sorgst für ein sicheres Umfeld. Eine artgerechte Pferdehaltung und Unfallprävention tragen entscheidend zur Sicherheit im Paddock bei.

Vernachlässigte Pflege und Management

Selbst das beste Paddock benötigt eine konsequente Pflege und gutes Management. Werden Hygiene, Kontrolle und Wartung vernachlässigt, drohen Krankheiten, Verletzungen und ein schlechtes Stallklima.

Wichtige Maßnahmen:

  • Tägliche Reinigung und Kontrolle auf Gefahrenstellen

  • Regelmäßige Pflege von Tränken, Fütterungsstationen und Boden

  • Dokumentation aller Maßnahmen

Erfolgreiche Stallanlagen setzen auf klare Pflegepläne und Verantwortlichkeiten. So bleibt das Paddock dauerhaft funktionsfähig und sicher.

Rechtliche und behördliche Anforderungen an Paddocks

Die rechtlichen und behördlichen Anforderungen spielen eine zentrale Rolle, wenn es um einen Paddock geht. Wer einen Paddock errichtet oder betreibt, muss zahlreiche Vorschriften beachten, um sowohl das Tierwohl als auch den eigenen Rechtsschutz sicherzustellen. Im Folgenden findest Du die wichtigsten Aspekte, die Du für einen rechtssicheren Paddock kennen solltest.

Baurechtliche Vorgaben und Genehmigungen

Bevor ein Paddock gebaut wird, ist die Einhaltung baurechtlicher Bestimmungen Pflicht. Abhängig vom Bundesland benötigst Du oft eine Baugenehmigung, insbesondere wenn bauliche Anlagen wie Überdachungen oder feste Zäune entstehen.

Achte auf Abstandsregelungen zum Nachbargrundstück, die meist zwischen 1,5 und 3 Metern liegen. Auch der Flächennutzungsplan Deiner Gemeinde kann Vorgaben machen. Umweltauflagen, etwa zum Schutz des Bodens und Grundwassers, sind ebenso zu beachten. Bei Verstößen drohen Bußgelder oder im schlimmsten Fall Rückbauverfügungen.

Plane daher ausreichend Zeit für das Genehmigungsverfahren ein und halte alle erforderlichen Unterlagen bereit. Ein rechtzeitig beantragter und genehmigter Paddock erspart späteren Ärger.

Tierschutzgesetz und Leitlinien

Ein Paddock muss nach den Vorgaben des Tierschutzgesetzes (§2 TierSchG) artgerecht gestaltet sein. Das bedeutet, dass Pferde ausreichend Platz, Licht, Luft und Bewegungsmöglichkeiten haben müssen. Die Empfehlungen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sowie anderer Fachverbände geben Orientierung zu Mindestmaßen, Bodenbeschaffenheit und Ausstattung.

Diese Leitlinien werden regelmäßig aktualisiert und dienen oft als Grundlage für Kontrollen durch Behörden.

Haftung und Versicherung

Ein Paddock bringt auch haftungsrechtliche Fragen mit sich. Kommt es zu einem Unfall oder Ausbruch, haftet der Tierhalter in der Regel für entstandene Schäden. Deshalb ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung unverzichtbar.

Zusätzlich empfiehlt sich der Abschluss einer Sachversicherung für Anlagen wie Zäune, Tränken oder Unterstände. Prüfe die Versicherungsbedingungen genau: Viele Policen schließen Schäden durch Unwetter oder Vandalismus nur bei bestimmten Voraussetzungen ein. Ein gut versichertes Paddock schützt Dich vor hohen Kosten im Schadensfall.

Nachbarschaftsrecht und Immissionsschutz

Beim Paddock spielen auch nachbarschaftsrechtliche Regeln eine Rolle. Lärmschutz, Geruchsbelästigung und Staubentwicklung dürfen Nachbarn nicht unzumutbar beeinträchtigen. Kommuniziere frühzeitig mit den Anwohnern, um Konflikte zu vermeiden.

In Streitfällen helfen oft Schlichtungsstellen oder Mediation. Lege Wert auf einen gepflegten Paddock, regelmäßige Reinigung und gute Planung der Abstände, um Ärger zu vermeiden. So schaffst Du eine nachhaltige und rechtssichere Basis für Deine Pferdehaltung.


Ein gut geplantes Paddock erfordert durchdachte Gestaltung, sichere Einzäunung und regelmäßige Pflege im Stallalltag. Mit einem trittfesten Boden, ausreichend Platz und stabilem Weidezubehör schaffst Du Deinem Pferd einen Auslauf, der Bewegung und Wohlbefinden das ganze Jahr über ermöglicht. Bei STRÖH E-Commerce GmbH findest Du nicht nur alles rund um Stall- und Weidebedarf, sondern auch kompetente Beratung für alle Fragen rund um Ernährung, Gesundheit und Haltung Deines Pferdes. Profitiere von innovativen Lösungen wie dem Feedscanner und der Expertise eines führenden Kompetenzzentrums für Pferdehaltung. Versandkostenfrei ab 119 Euro liefern wir Dir alles, was Du für die optimale Versorgung Deines Pferdes benötigst.

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