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Anweiden bei Pferden

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Anweiden beim Pferd – sicher & schonend auf die Weide

Was ist Anweiden beim Pferd?

Definition & Zweck

Anweiden bezeichnet den kontrollierten, schrittweisen Übergang vom Winterfutter – in der Regel Heu und Kraftfutter – auf frisches Weidegras im Frühjahr. Dieser Prozess ist kein bloßes „Auflassen auf die Weide", sondern eine gezielte Gewöhnungsphase, in der sich der Verdauungstrakt des Pferdes langsam und schonend an die neue Futterquelle anpassen kann. Frisches Gras unterscheidet sich grundlegend von Heu: Es enthält deutlich mehr Wasser, Eiweiß, Zucker und schnell fermentierbare Kohlenhydrate – eine Kombination, die für einen unvorbereiteten Darm zur ernsthaften Belastung werden kann.

Unterschied: Weidegras vs. Heu

Heu ist getrocknetes, fermentiertes Gras mit einem Wassergehalt von etwa 15 bis 20 Prozent und einem stabilen Nährstoffprofil. Frisches Weidegras hingegen enthält bis zu 80 Prozent Wasser sowie hohe Mengen an leicht verdaulichen Zuckern (Fruktane) und Rohprotein. Diese Unterschiede stellen den Darm und die Darmflora vor völlig neue Anforderungen – und machen ein strukturiertes Anweiden unerlässlich.

Kurz erklärt: Warum Anweiden heute Standard ist

Unsachgemäßes oder zu schnelles Anweiden gehört zu den häufigsten Ursachen für Koliken, Hufrehe und Verdauungsstörungen im Frühjahr. Ein gut geplantes Anweideprogramm schützt das Pferd vor diesen vermeidbaren Gesundheitsrisiken, schont die Weide und gibt dem Halter Sicherheit im Umgang mit der sensiblen Übergangsphase.

Warum ist das richtige Anweiden für Pferde so wichtig?

Die Darmflora des Pferdes ist hochspezialisiert und auf die jeweilige Futterquelle eingestellt. Ein abrupter Wechsel von Heu auf frisches Gras kann die empfindliche Balance der Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen, Fehlgärungen auslösen und im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Koliken oder Hufrehe verursachen. Ein strukturiertes Anweiden gibt Darm und Stoffwechsel die Zeit, die sie brauchen.

  • Darmflora schützen: Langsame Gewöhnung verhindert Fehlgärungen und Dysbiosen
  • Kolikrisiko senken: Schrittweise Steigerung vermeidet übermäßige Gasbildung im Darm
  • Hufrehe vorbeugen: Kontrollierte Zufuhr von Fruktan und Zucker schützt die Hufe
  • Stoffwechsel stabilisieren: Besonders wichtig für Pferde mit Stoffwechselerkrankungen
  • Weide schonen: Kontrollierter Auftrieb gibt dem jungen Gras Zeit, sich zu etablieren

Wirtschaftliche Vorteile für Stallbetreiber

Eine Hufrehe oder Kolik ist nicht nur eine ernste Gesundheitsgefahr für das Pferd – sie bedeutet auch erhebliche Tierarztkosten, Behandlungsaufwand und unter Umständen wochenlange Boxenruhe. Ein durchdachtes Anweideprogramm ist die kostengünstigste Versicherung gegen diese Risiken.

Vorteile eines strukturierten Anweideprogramms auf einen Blick

  • Schutz vor Frühjahrskoliken durch langsame Darmgewöhnung
  • Deutliche Reduktion des Hufrehe-Risikos
  • Stabilisierung der Darmflora in der Übergangszeit
  • Geringere Belastung für Leber und Stoffwechsel
  • Sicherheit für Pferde mit Vorerkrankungen wie EMS, PPID oder Hufrehe
  • Kontrolle über die tägliche Zuckerzufuhr – besonders bei empfindlichen Pferden

Welche Arten des Anweidens gibt es?

Anweiden nach Methode

Klassisches Anweiden (zeitlich gestaffelt) Der bewährteste Ansatz: Die tägliche Weidezeit wird über mehrere Wochen schrittweise gesteigert – beginnend mit 15 bis 30 Minuten täglich und wöchentlich um etwa 15 bis 30 Minuten erhöht. Die restliche Zeit verbringt das Pferd im Stall mit Heufütterung. Dieser Ansatz ist einfach umsetzbar und für die meisten Pferde geeignet.

Anweiden mit Fressbremse schränken die Grasaufnahme physisch ein und ermöglichen so einen noch kontrollierten Zugang zur Weide – besonders sinnvoll für Pferde, die sehr gierig fressen oder für die jede Fruktan-Spitze gefährlich sein kann.

Anweiden mit Paddock-Rotation Bei größeren Herden wird die Weide in Sektionen aufgeteilt, die abwechselnd beweidet werden. So können mehrere Pferde schonend angeweidet werden, während gleichzeitig die Weide regeneriert.

Anweiden mit ergänzender Fütterung Spezielles Ergänzungsfutter für die Anweidezeit unterstützt die Darmflora, stabilisiert die Verdauung und versorgt das Pferd mit Nährstoffen, die den Übergang erleichtern – etwa Prä- und Probiotika, Pektin oder Flohsamenschalen.

Anweiden nach Jahreszeit

Frühjahrsanweiden (März bis Mai) Die kritischste Phase: Junges Gras enthält besonders hohe Mengen an Fruktanen und Rohprotein. Der Fruktan-Gehalt schwankt zudem stark im Tagesverlauf – morgens und abends ist er in der Regel höher, mittags eher niedriger. Ein gut geplantes Frühjahrsanweiden ist hier unbedingt erforderlich.

Herbstanweiden Nach dem Sommer kann Gras, das durch Trockenheit oder Frost gestresst wurde, ebenfalls erhöhte Fruktan-Werte aufweisen. Auch hier ist ein kontrollierter Übergang sinnvoll – auch wenn er oft unterschätzt wird.

Anweiden nach Pferdetyp

Anweiden für Pferde mit EMS oder PPID Für diese Pferde ist ein besonders langsames und kontrolliertes Anweiden unabdingbar. Idealer Weidezeitpunkt ist mittags bis früher Nachmittag, wenn der Fruktan-Gehalt im Gras am niedrigsten ist. Weidekörbe oder kurz abgeweidete Flächen reduzieren die Aufnahme zusätzlich.

Anweiden für Hufrehe-Pferde sollten nur unter strenger tierärztlicher Kontrolle und mit einem sehr konservativen Anweideprogramm auf die Weide. In manchen Fällen ist ein vollständiger Weideverzicht die sicherste Option.

Anweiden für Ponys und Robustpferde Diese Rassen verwerten Gras besonders effizient und sind besonders anfällig für Fruktan-bedingte Stoffwechselprobleme. Kürzere Weidezeiten, Weidekörbe und magere Weideflächen sind hier die erste Wahl.

Anweiden für Großpferde und Sportpferde Auch Großpferde mit höherem Energiebedarf sollten nicht abrupt auf die Weide gelassen werden. Ein strukturiertes Programm bleibt wichtig.

Welche Fütterungsfehler beim Anweiden sind häufig?

  • Zu schneller Übergang: Pferde werden von einem auf den anderen Tag auf die Weide gelassen – ohne jede Vorbereitung
  • Weidezeit zu lang: Gleich zu Beginn mehrere Stunden auf üppigem Gras – eine häufige Kolikursache
  • Falscher Zeitpunkt: Morgens oder nach Frost auf Fruktan-reiche Flächen – das Risiko ist dann am höchsten
  • Kein Heu vor dem Weidegang: Ein leerer Magen verstärkt die Grasaufnahme und begünstigt Magenprobleme
  • Keine Berücksichtigung von Vorerkrankungen: Pferde mit EMS, Hufrehe oder PPID brauchen ein besonders angepasstes Programm

Welche Inhaltsstoffe unterstützen die Anweidezeit?

  • Probiotika & Präbiotika: Stabilisieren die Darmflora in der Umgewöhnungsphase
  • Pektin & Flohsamenschalen: Unterstützen die Darmschleimhaut und regulieren die Verdauung
  • Zink & Biotin: Stärken die Hufqualität, die in der Fruktan-reichen Frühjahrsphase besonders beansprucht wird
  • Magnesium: Unterstützt den Stoffwechsel
  • Vitamin E & Selen: Schützen den Organismus vor oxidativem Stress, der in der Übergangszeit steigt
  • Leinöl: Gut untersuchte Versorgungskomponente mit positiven Effekten auf die Darmgesundheit

Schritt-für-Schritt: So gelingt das Anweiden

Ein bewährtes, einfaches Anweideprogramm für gesunde Pferde:
Woche 1: 10–20 Minuten täglich, immer nach der Heufütterung
Woche 2: 30–45 Minuten täglich
Woche 3: 1–1,5 Stunden täglich
Woche 4: 2–3 Stunden täglich
Ab Woche 5–6: Freier Zugang, je nach Weidequalität und Pferd

Wichtig: Vor dem Weidegang immer Heu anbieten, damit das Pferd nicht mit leerem Magen auf die Weide geht. Bei empfindlichen Pferden, Ponys oder Tieren mit Vorerkrankungen sollte das Programm deutlich langsamer gesteigert und individuell angepasst werden.

Pflege & Management in der Anweidezeit

Neben der Fütterung sind in der Anweidezeit regelmäßige Hufkontrollen besonders wichtig – denn Hufrehe entwickelt sich oft schleichend und zeigt sich zunächst nur durch leichte Lahmheit oder erhöhte Hufwärme. Zudem sollte die Weide auf Giftpflanzen wie Jakobskreuzkraut oder Hahnenfuß kontrolliert werden. Stressarme Übergänge, feste Herdenstrukturen und ausreichend Bewegung unterstützen das Pferd zusätzlich in dieser sensiblen Phase.

Häufige Fragen (FAQ) zum Anweiden beim Pferd

Ab wann kann ich mit dem Anweiden beginnen?
In der Regel ab März bis April, sobald das Gras eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 15 cm erreicht hat. Zu kurz abgeweidetes oder junges Gras enthält besonders viele Fruktane – kurz abgefressene Flächen sind daher paradoxerweise gefährlicher als üppig gewachsene.

Wie lange sollte das Anweiden dauern?
Für gesunde Pferde empfehlen wir einen Zeitraum von mindestens vier bis sechs Wochen. Bei Pferden mit Vorerkrankungen oder Ponyrassen kann das Programm deutlich länger sein – bis zu zwölf Wochen oder mehr.

Muss ich auch im Herbst anweiden?
Ja, auch im Herbst ist ein kontrollierter Übergang sinnvoll – besonders wenn Pferde den Sommer über wenig oder kein Gras hatten oder wenn das Gras durch Frost oder Trockenheit gestresst ist.

Warum sollte ich vor dem Weidegang Heu füttern?
Ein Pferd mit gefülltem Magen frisst auf der Weide ruhiger. Der Speichel, der beim Kauen von Heu produziert wird, puffert zudem die Magensäure. Kein Heu vor dem Weidegang bedeutet schnelle, gierige Grasaufnahme – und das erhöht das Kolik- und Hufrehe-Risiko erheblich.

Ist Anweiden auch für ältere Pferde nötig?
Ja, besonders für Senioren. Ältere Pferde haben oft eine empfindlichere Darmflora, einen langsameren Stoffwechsel und häufiger Vorerkrankungen wie PPID. Ein konservatives, langsames Anweideprogramm ist für Seniorpferde besonders wichtig.

Infothek & Ratgeber

Anweideprogramm Schritt für Schritt: Praktischer Leitfaden für Frühjahr und Herbst
Fruktane im Blick: Schluss mit Fruktan-Sorgen mit dem Fruktan-Kalender der Happie Horse App
Hufrehe erkennen & vorbeugen: Fütterung als wichtigster Schutzfaktor
EMS & Anweiden: Wie Pferde mit Stoffwechselerkrankungen sicher auf die Weide kommen
Fachartikel & Studien: Aktuelle Erkenntnisse zur Weideernährung und Darmgesundheit

Service & Beratung

Die Anweidezeit ist für viele Pferdehalter jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung – besonders wenn empfindliche Pferde, Ponys oder Tiere mit Vorerkrankungen betroffen sind. Bei STRÖH stehen wir Dir mit persönlicher Fachberatung zur Seite.

Meinung, Erfahrung & Sicherheit

Viele Pferdehalter berichten, wie sich ein strukturiertes Anweideprogramm – ergänzt durch gezielte Darmunterstützung – positiv auf die Gesundheit ihrer Pferde ausgewirkt hat: weniger Koliken im Frühjahr, keine Hufrehe-Episoden und eine deutlich entspanntere Übergangsphase. Kundenbewertungen und Erfahrungsberichte aus der Praxis findest Du direkt bei den jeweiligen Produkten im Shop.

Sicherheitshinweis: Pferde mit bekannter Hufrehe, EMS oder PPID sollten das Anweideprogramm ausschließlich in Absprache mit einem Tierarzt durchführen. In manchen Fällen ist ein vollständiger Weideverzicht die sicherste Option. STRÖH-Produkte unterstützen Dein Pferd in der Übergangszeit gezielt – sie ersetzen jedoch keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.

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