Zufüttern Pferd: Professionelle Strategien für 2026
Die Fütterung von Pferden ist ein komplexes Thema, das weit über die einfache Gabe von Heu und Kraftfutter hinausgeht. Wenn Sie ein Pferd halten, stellen Sie sich regelmäßig die Frage: Reicht das Grundfutter aus, oder sollte ich mein Pferd zufüttern? Die richtige Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab – von der Arbeitsbelastung über den Gesundheitszustand bis hin zu individuellen Bedürfnissen. In diesem Artikel erfahren Sie, wann und wie Sie Ihr Pferd professionell zufüttern, welche Nährstoffe entscheidend sind und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
Wann ist es notwendig, ein Pferd zuzufüttern?
Die Entscheidung, ob Sie Ihr Pferd zufüttern sollten, basiert auf einer fundierten Analyse des tatsächlichen Nährstoffbedarfs. Nicht jedes Pferd benötigt automatisch Zusatzfutter, doch bestimmte Lebensphasen und Umstände machen eine gezielte Ergänzung unverzichtbar.
Erhöhter Energiebedarf durch sportliche Leistung
Sportpferde haben einen deutlich höheren Energiebedarf als Freizeitpferde. Während ein Pferd in Freizeithaltung mit qualitativ hochwertigem Raufutter oft ausreichend versorgt ist, benötigen Turnierpferde, Distanzpferde oder Pferde im intensiven Training zusätzliche Energie- und Nährstoffquellen.
Indikatoren für erhöhten Bedarf:
- Regelmäßige sportliche Belastung über 60 Minuten täglich
- Muskelabbau trotz Training
- Leistungsabfall oder schnelle Ermüdung
- Gewichtsverlust bei gleichbleibender Futterration
Die richtige Fütterung von Pferden berücksichtigt immer das individuelle Aktivitätsniveau und passt die Ration entsprechend an.

Besondere Lebensphasen und Gesundheitszustände
Das Zufüttern beim Pferd wird besonders wichtig in speziellen Lebensphasen. Trächtige und laktierende Stuten haben einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen, Vitaminen und Energie. Jungpferde im Wachstum benötigen eine ausgewogene Versorgung mit Calcium, Phosphor und hochwertigen Proteinen.
| Lebensphase | Kritische Nährstoffe | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Trächtige Stuten (letzte 3 Monate) | Calcium, Phosphor, Protein | Bedarf steigt um bis zu 20% |
| Laktierende Stuten | Energie, Protein, Mineralstoffe | Bedarf verdoppelt sich teilweise |
| Jungpferde (6-24 Monate) | Calcium, Phosphor, Lysin | Falsches Verhältnis führt zu Entwicklungsstörungen |
| Senioren (ab 20 Jahre) | Verdauliche Energie, Protein | Abnehmende Futterverwertung |
Bei Altersschwäche oder Appetitlosigkeit kann gezieltes Zufüttern die Lebensqualität erheblich verbessern.
Die richtige Nährstoffversorgung beim Zufüttern
Wenn Sie Ihr Pferd zufüttern möchten, ist es entscheidend, die richtigen Nährstoffe in der optimalen Menge zu verabreichen. Eine pauschale Ergänzung nach dem Motto "viel hilft viel" kann mehr schaden als nutzen.
Mineralstoffe und Spurenelemente gezielt einsetzen
Mineralstoffe sind essenzielle Bausteine für zahlreiche Körperfunktionen. Calcium und Phosphor sind fundamental für den Knochenaufbau, während Magnesium für die Muskel- und Nervenfunktion unverzichtbar ist. Das richtige Verhältnis dieser Mineralstoffe ist dabei mindestens ebenso wichtig wie die absolute Menge.
Ein häufiger Mangel betrifft Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Selen. Diese sind zwar nur in kleinen Mengen erforderlich, erfüllen aber wichtige Funktionen im Immunsystem und Stoffwechsel. Zusatzfutter für Pferde sollte daher stets auf einer fundierten Bedarfsanalyse basieren.
Wichtige Mineralstoffe beim Zufüttern:
- Calcium: 30-50 g pro Tag (abhängig von Größe und Bedarf)
- Phosphor: Ca-P-Verhältnis zwischen 1,5:1 und 3:1 optimal
- Magnesium: 10-15 g pro Tag
- Natrium/Chlorid: Über Salzleckstein oder 30-50 g Salz täglich
Vitamine für Gesundheit und Leistungsfähigkeit
Während Pferde bei ausreichendem Weidegang viele Vitamine selbst synthetisieren oder über Grünfutter aufnehmen können, sind Stallpferde oder Pferde im Winter oft unterversorgt. Vitamin E und Selen spielen eine zentrale Rolle als Antioxidantien, insbesondere bei Sportpferden.
Vitamin D ist essentiell für die Calciumaufnahme und Knochengesundheit. Bei mangelnder Sonneneinstrahlung, besonders in den Wintermonaten, kann ein Defizit entstehen. Die B-Vitamine werden normalerweise im Dickdarm produziert, doch bei Durchfall oder Koliken kann eine Supplementierung sinnvoll sein.
Strategien für verschiedene Fütterungssituationen
Das Zufüttern beim Pferd muss immer individuell auf die spezifische Situation angepasst werden. Verschiedene Szenarien erfordern unterschiedliche Herangehensweisen.
Zufüttern bei Mangelzuständen und Krankheiten
Wenn Ihr Pferd Symptome eines Nährstoffmangels zeigt, sollten Sie zunächst die Grundration überprüfen. Stumpfes Fell, brüchige Hufe oder Leistungsschwäche können auf Defizite hinweisen. Eine individuelle Fütterung kranker Pferde erfordert besondere Aufmerksamkeit.
Bei spezifischen Erkrankungen wie EMS (Metabolisches Syndrom) oder Cushing-Syndrom ist das richtige Zufüttern besonders anspruchsvoll, da hier zucker- und stärkearme Produkte gewählt werden müssen.

Saisonale Anpassungen beim Zufüttern
Die Jahreszeiten beeinflussen den Nährstoffbedarf erheblich. Im Frühjahr beim Anweiden müssen Sie das Pferd langsam an das frische Gras gewöhnen und möglicherweise mit magnesiumreichen Produkten zufüttern, um Weidetetanie vorzubeugen.
Im Winter sinkt der Vitamingehalt im Heu drastisch, sodass eine Vitamin-Supplementierung notwendig wird. Gleichzeitig steigt der Energiebedarf durch die Thermoregulation – Pferde benötigen mehr Energie, um ihre Körpertemperatur zu halten.
Saisonaler Fütterungskalender:
- Frühjahr (März-Mai): Langsames Anweiden, Magnesium-Supplementierung, Entgiftung unterstützen
- Sommer (Juni-August): Elektrolytmangel bei starkem Schwitzen ausgleichen, Fliegenschutz
- Herbst (September-November): Vorbereitung auf Winter, Immunsystem stärken
- Winter (Dezember-Februar): Vitamin-Supplementierung, erhöhter Energiebedarf, Atemwegsprobleme vorbeugen
Praktische Umsetzung der Zufütterung
Die theoretischen Kenntnisse sind eine Sache, die praktische Umsetzung eine andere. Beim Zufüttern Pferd gibt es einige bewährte Praktiken, die den Erfolg sicherstellen.
Dosierung und Fütterungsmanagement
Die korrekte Dosierung ist beim Zufüttern entscheidend. Überdosierungen können zu Stoffwechselstörungen führen, Unterdosierungen bleiben wirkungslos. Fütterungsempfehlungen der Hersteller sollten als Richtlinie dienen, müssen aber individuell angepasst werden.
| Zusatzfutter-Typ | Typische Dosierung | Fütterungsfrequenz | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Mineralfutter | 50-100 g/Tag | 1-2x täglich | Mit Kraftfutter mischen |
| Öle (Leinöl, Sonnenblumenöl) | 50-150 ml/Tag | 1x täglich | Langsam anfüttern |
| Kräutermischungen | 30-50 g/Tag | 1-2x täglich | Kurweise (6-8 Wochen) |
| Elektrolytpräparate | Nach Bedarf | Nach starker Belastung | Nicht dauerhaft füttern |
Wichtige Grundregeln beim Zufüttern:
- Langsames Anfüttern über mindestens 7-10 Tage
- Konstante Fütterungszeiten einhalten
- Frisches Wasser immer verfügbar
- Mindestens 1,5 kg Raufutter pro 100 kg Körpergewicht als Basis
Qualität und Auswahl der Zusatzfuttermittel
Die Qualität des Zusatzfutters ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Hochwertige Produkte zeichnen sich durch eine präzise Deklaration der Inhaltsstoffe, geprüfte Rohstoffe und eine optimale Bioverfügbarkeit aus.
Achten Sie beim Kauf auf folgende Qualitätsmerkmale:
- Transparente Deklaration: Alle Inhaltsstoffe sollten klar aufgeführt sein
- Herkunft der Rohstoffe: Bevorzugen Sie regionale, kontrollierte Quellen
- Zusatzstoffe: Vermeiden Sie unnötige Füllstoffe, Zucker oder künstliche Aromen
- Haltbarkeit und Lagerung: Frische Produkte in umweltfreundlicher Verpackung
Bei der Auswahl des richtigen Produkts können spezialisierte Anbieter wie STRÖH mit ihrer Expertise in der Fütterungsberatung wertvolle Unterstützung bieten.
Häufige Fehler beim Zufüttern vermeiden
Trotz bester Absichten unterlaufen Pferdehaltern beim Zufüttern Pferd häufig vermeidbare Fehler, die die Gesundheit des Tieres gefährden können.
Überfütterung und Nährstoffimbalancen
Ein häufiger Fehler ist die gleichzeitige Gabe mehrerer Zusatzfuttermittel ohne Berücksichtigung der Gesamtnährstoffzufuhr. Wenn Sie beispielsweise ein Mineralfutter, ein spezielles Huffutter und zusätzlich ein Ergänzungsfutter für glänzendes Fell füttern, kann es schnell zu Überversorgungen kommen.
Risiken der Überversorgung:
- Calcium-Überschuss stört die Magnesiumaufnahme
- Zu viel Selen ist toxisch (max. 2 mg/Tag für ein 600 kg Pferd)
- Vitamin A-Überversorgung kann zu Knochenproblemen führen
- Zink-Überschuss hemmt die Kupferaufnahme

Fehlende Bedarfsanalyse und Kontrolle
Viele Pferdehalter beginnen mit dem Zufüttern, ohne vorher den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Eine professionelle Rationsberechnung sollte die Grundlage jeder Fütterungsstrategie sein. Dabei werden das Grundfutter analysiert, der individuelle Bedarf des Pferdes ermittelt und daraus die notwendigen Ergänzungen abgeleitet.
Regelmäßige Kontrollen sind unverzichtbar:
- Gewichtskontrolle: Monatlich mit Maßband oder Waage
- Body Condition Score: Vierteljährliche Beurteilung der Körperkondition
- Blutbild: Jährlich oder bei Auffälligkeiten
- Leistungsbeobachtung: Kontinuierliche Dokumentation
Die richtige Fütterung von Absatzfohlen zeigt beispielhaft, wie wichtig eine bedarfsgerechte, kontrollierte Zufütterung ist.
Spezielle Anforderungen verschiedener Pferdetypen
Nicht jedes Pferd hat die gleichen Anforderungen an die Zufütterung. Rasse, Typ und Nutzung bestimmen maßgeblich, welche Strategie optimal ist.
Leichtfuttrige Rassen und Robustrassen
Ponys, Isländer, Haflinger und andere leichtfuttrige Rassen neigen schnell zu Übergewicht. Bei diesen Pferden ist das Zufüttern besonders kritisch zu betrachten. Oft reicht hochwertiges Heu in begrenzter Menge zusammen mit einem reinen Mineralfutter aus.
Bei Robustpferden in Offenstallhaltung sollten Sie besonders auf die Mineralstoffversorgung achten, da diese oft ausschließlich Heu erhalten. Ein gut konzipiertes Mineralfutter ohne zusätzliche Energie ist hier die richtige Wahl.
Warmblüter und Vollblüter im Sport
Sportpferde, insbesondere Warmblüter und Vollblüter, haben einen deutlich höheren Nährstoffbedarf. Neben ausreichend Energie benötigen sie hochwertige Proteine für den Muskelaufbau, Antioxidantien für die Regeneration und Elektrolyte zum Ausgleich von Schweißverlusten.
Fütterungsstrategie für Sportpferde:
- Grundfutter: Minimum 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht
- Kraftfutter: Bedarfsgerecht, mehrere kleine Portionen
- Mineralfutter: Sportspezifisch mit erhöhtem Elektrolytanteil
- Zusatzfutter: Vitamin E und Selen, eventuell Omega-3-Fettsäuren
Die Rolle der Grundfütterung beim Zufüttern
Das beste Zusatzfutter kann eine mangelhafte Grundfütterung nicht kompensieren. Die Basis jeder Pferdefütterung muss qualitativ hochwertiges Raufutter sein – dieser Grundsatz gilt uneingeschränkt.
Heuqualität als Fundament
Die Qualität des Heus beeinflusst maßgeblich, wie viel und was Sie zufüttern müssen. Pferdefutter in Form von gutem Heu aus dem ersten Schnitt, artenreich und zur richtigen Zeit geerntet, deckt bereits einen Großteil des Nährstoffbedarfs.
Analysieren Sie Ihr Heu idealerweise durch eine Laboruntersuchung. Diese zeigt Ihnen exakt, welche Nährstoffe bereits ausreichend vorhanden sind und wo Defizite bestehen. Erst auf Basis dieser Daten können Sie gezielt zufüttern.
Qualitätsmerkmale von gutem Heu:
- Grünliche Farbe, aromatischer Geruch
- Frei von Schimmel, Staub und groben Pflanzenteilen
- Strukturreich mit verschiedenen Gräsern und Kräutern
- Trockensubstanzgehalt zwischen 83-88%
- Rohproteingehalt 8-12% in der Trockenmasse
Integration von Weidegras und anderen Raufutterquellen
Weidegras ist die natürlichste Nahrung für Pferde und bei guter Qualität außerordentlich nährstoffreich. Im Frühjahr kann der hohe Proteingehalt junger Gräser jedoch zu Problemen führen, weshalb kontrollierter Weidegang und möglicherweise das Zufüttern von strukturreichem Heu notwendig wird.
Alternative Raufutterquellen wie Heulage können bei Atemwegsproblemen oder Allergien sinnvoll sein. Beachten Sie jedoch, dass Heulage einen höheren Energiegehalt hat und die Zufütterung entsprechend angepasst werden muss.
Moderne Ansätze in der Pferdefütterung 2026
Die Pferdeernährung entwickelt sich kontinuierlich weiter. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Produkte bieten heute mehr Möglichkeiten denn je, Pferde optimal zu versorgen.
Funktionale Zusatzfuttermittel
Funktionale Zusatzfuttermittel gehen über die reine Nährstoffversorgung hinaus und zielen auf spezifische Gesundheitsaspekte ab. Probiotika und Präbiotika unterstützen die Darmgesundheit, besonders wichtig nach Antibiotika-Gaben oder bei Darmsanierung.
Adaptogene Kräuter wie Ashwagandha oder Jiaogulan gewinnen an Bedeutung bei der Unterstützung von Pferden mit Angst oder Unsicherheit. Diese pflanzlichen Wirkstoffe helfen dem Körper, sich besser an Stress anzupassen.
Nachhaltigkeit und Umweltaspekte
Die Futtermittelindustrie steht vor der Herausforderung, Nachhaltigkeit und Qualität zu vereinen. Regionale Rohstoffe reduzieren Transportwege, umweltfreundliche Verpackungen minimieren den ökologischen Fußabdruck. Spezialisierte Anbieter legen zunehmend Wert auf diese Aspekte.
Nachhaltige Kriterien beim Zusatzfutter:
- Verwendung regionaler, biologisch angebauter Rohstoffe
- Recycelbare oder kompostierbare Verpackungen
- Kurze Lieferwege und CO2-neutrale Zustellung
- Transparente Produktionsketten
Die Integration dieser Aspekte in die Fütterungsstrategie zeigt Verantwortungsbewusstsein gegenüber Umwelt und Tier gleichermaßen.
Das erfolgreiche Zufüttern beim Pferd erfordert Fachwissen, sorgfältige Beobachtung und die Bereitschaft zur individuellen Anpassung. Nur wenn Sie die spezifischen Bedürfnisse Ihres Pferdes kennen und die Fütterung entsprechend gestalten, können Sie optimale Gesundheit und Leistungsfähigkeit sicherstellen. Mit dem umfassenden Sortiment an hochwertigen Futtermitteln, Ergänzungsprodukten und kompetenter Beratung unterstützt STRÖH Sie dabei, für Ihr Pferd die perfekte Ernährungslösung zu finden – nachhaltig verpackt und schnell geliefert.



