Pflege des Pferdes: Professioneller Leitfaden 2026
Die professionelle pflege des pferdes ist weit mehr als nur eine ästhetische Angelegenheit. Sie bildet das Fundament für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit jedes Pferdes. Regelmäßige und fachgerechte Pflege stärkt nicht nur die Bindung zwischen Mensch und Tier, sondern ermöglicht es auch, gesundheitliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie, wie Sie die pflege des pferdes systematisch und effektiv gestalten, welche Pflegeprodukte unverzichtbar sind und wie Sie saisonale Herausforderungen meistern.
Grundlagen der systematischen Pferdepflege
Die pflege des pferdes folgt einem bewährten System, das tägliche, wöchentliche und saisonale Aufgaben umfasst. Eine strukturierte Herangehensweise garantiert, dass kein wichtiger Aspekt vernachlässigt wird und Ihr Pferd in bestmöglicher Verfassung bleibt.
Tägliche Pflegeroutine für gesunde Pferde
Die tägliche Pflegeroutine sollte zu einem festen Bestandteil des Stallalltags werden. Sie dient nicht nur der Sauberkeit, sondern auch der Gesundheitsvorsorge.
Wesentliche Schritte der täglichen Pflege:
- Gründliches Putzen des gesamten Fells mit Striegel und Kardätsche
- Kontrolle auf Verletzungen, Schwellungen oder Hautveränderungen
- Reinigung der Hufe mit dem Hufkratzer
- Säubern von Augen und Nüstern mit feuchtem Schwamm
- Pflege von Mähne und Schweif
Ein systematischer Ansatz beginnt immer auf der linken Körperseite des Pferdes. Mit kreisenden Bewegungen löst der Striegel Schmutz, abgestorbene Haare und Hautschuppen. Die Kardätsche entfernt anschließend den gelösten Schmutz und verleiht dem Fell seinen natürlichen Glanz. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die empfindlichen Bereiche wie Kopf, Beine und Bauch, die mit weichen Bürsten bearbeitet werden sollten.

Hufpflege als zentrale Säule
Die Hufe tragen das gesamte Gewicht des Pferdes und verdienen besondere Aufmerksamkeit. Die richtige Hufpflege ist entscheidend für die Beweglichkeit und Gesundheit des Tieres.
Tägliche Hufkontrolle und -reinigung
Jeden Tag sollten alle vier Hufe gründlich ausgekratzt werden. Diese Maßnahme verhindert die Ansammlung von Steinen, Schmutz und feuchtem Material, das zu Strahlfäule führen kann.
| Hufpflegeschritt | Häufigkeit | Zweck |
|---|---|---|
| Auskratzen | Täglich | Entfernung von Schmutz und Steinen |
| Strahlkontrolle | Täglich | Früherkennung von Fäulnis |
| Hufpflege-Öl | 2-3x wöchentlich | Erhalt der Elastizität |
| Hufschmied | Alle 6-8 Wochen | Korrektur und Beschlag |
Die Verwendung eines hochwertigen Hufkratzers mit integrierter Bürste erleichtert die Arbeit erheblich. Nach dem Auskratzen sollte der Strahl genau inspiziert werden. Ein gesunder Strahl ist fest, elastisch und riecht neutral. Professionelle Hufpflege-Produkte unterstützen die natürliche Hornbildung und schützen vor Umwelteinflüssen.
Zusammenarbeit mit dem Hufschmied
Die regelmäßige Bearbeitung durch einen qualifizierten Hufschmied ist unverzichtbar. Abhängig vom Hufwachstum sollte dieser alle sechs bis acht Wochen konsultiert werden. Der Schmied korrigiert Fehlstellungen, entfernt überschüssiges Horn und passt den Beschlag an. Zwischen den Terminen liegt die Verantwortung beim Pferdebesitzer, die Hufe täglich zu kontrollieren und bei Auffälligkeiten sofort zu reagieren.
Fell- und Hautpflege durch die Jahreszeiten
Die pflege des pferdes variiert erheblich je nach Jahreszeit. Das Fell erfüllt wichtige Thermoregulations- und Schutzfunktionen, die durch angepasste Pflege unterstützt werden müssen.
Fellwechsel professionell begleiten
Zweimal jährlich, im Frühjahr und Herbst, durchlaufen Pferde den Fellwechsel. In dieser Phase benötigen sie intensive Unterstützung.
Maßnahmen während des Fellwechsels:
- Tägliches gründliches Putzen zur Entfernung loser Haare
- Einsatz spezieller Fellwechselbürsten und -kämme
- Angepasste Fütterung mit erhöhtem Vitamin- und Mineralstoffgehalt
- Regelmäßige Kontrolle der Haut auf Ekzeme oder Pilzbefall
- Ausreichende Bewegung zur Förderung der Durchblutung
Die richtige Fellpflege trägt maßgeblich zum Wohlbefinden bei. Während des Fellwechsels kann das Immunsystem belastet sein, weshalb eine optimale Versorgung mit Nährstoffen besonders wichtig wird. Ergänzungsfuttermittel können in dieser Phase den erhöhten Bedarf decken.
Sommerpflege bei Hitze und Insekten
Die Sommermonate stellen besondere Anforderungen an die pflege des pferdes. Pferdepflege im Sommer erfordert angepasste Strategien gegen Hitze und Plagegeister.

Hohe Temperaturen können zu Hitzestress führen. Regelmäßiges Abspritzen mit kühlem Wasser, insbesondere der Beine, hilft bei der Thermoregulation. Schweißrückstände sollten nach dem Training sofort entfernt werden, um Hautirritationen zu vermeiden. Schutz vor Insekten ist ebenso essentiell: Fliegensprays, Ekzemerdecken und Fliegenmasken bieten wirksamen Schutz.
Mähne und Schweif richtig pflegen
Langes, glänzendes Langhaar ist nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern erfüllt auch wichtige Funktionen. Die Mähne schützt den Hals vor Sonne und Regen, der Schweif dient der Insektenabwehr.
Systematische Langhaar-Pflege
Die Pflege von Mähne und Schweif erfordert Geduld und die richtigen Techniken. Niemals sollte das Haar trocken gebürstet werden, da dies zu Bruch führt.
| Pflegeprodukt | Anwendung | Wirkung |
|---|---|---|
| Mähnenspray | Vor dem Kämmen | Erleichtert Kämmbarkeit, verhindert Bruch |
| Schweifshampoo | Bei Verschmutzung | Gründliche Reinigung |
| Pflegeöl | Nach der Wäsche | Glanz und Geschmeidigkeit |
| Schweifbeutel | Bei Turnierpferden | Schutz vor Verschmutzung |
Beginnen Sie beim Kämmen immer an den Spitzen und arbeiten Sie sich vorsichtig nach oben vor. Knoten werden behutsam mit den Fingern gelöst, bevor die Bürste zum Einsatz kommt. Die Häufigkeit der Wäsche sollte auf ein Minimum reduziert werden, da zu häufiges Waschen die natürlichen Öle entfernt und das Haar spröde macht.
Verfilzungen vorbeugen und behandeln
Verfilzungen entstehen besonders in den Wintermonaten oder bei Pferden, die viel im Matsch stehen. Präventiv hilft regelmäßiges Durchkämmen mindestens zweimal wöchentlich. Bereits entstandene Verfilzungen sollten niemals herausgerissen werden. Stattdessen empfiehlt sich die Verwendung spezieller Entwirrungssprays und geduldiges, schrittweises Lösen der verknoteten Stellen.
Pflegeprodukte und Putzzeug-Ausstattung
Die Qualität der verwendeten Pflegeprodukte und Werkzeuge beeinflusst direkt das Ergebnis der pflege des pferdes. Eine vollständige Grundausstattung gehört in jeden Putzkasten.
Unverzichtbare Basisausstattung
Grundlegendes Putzzeug:
- Gummistriegel für die Grobverteilung
- Kardätsche für die Feinreinigung
- Wurzelbürste für stark verschmutzte Stellen
- Weiche Gesichtsbürste
- Hufkratzer mit Bürste
- Mähnenkamm und Schweifbürste
- Schwämme für Augen und Nüstern
Hochwertige Bürsten aus Naturmaterialien sind zwar teurer, halten aber länger und sind schonender zu Fell und Haut. Kunststoffbürsten können bei empfindlichen Pferden zu Hautreizungen führen. Die regelmäßige Reinigung des Putzzeugs verhindert die Übertragung von Bakterien und Pilzen.
Spezialprodukte für besondere Bedürfnisse
Abhängig von individuellen Anforderungen können weitere Produkte sinnvoll sein. Pferde mit Hautproblemen profitieren von medizinischen Shampoos, Allergiker benötigen spezielle Ekzemerlotionen. Pflegeprodukte für Stall und Weide tragen ebenfalls zur Gesundheit bei, indem sie ein sauberes Umfeld schaffen.

Für die tägliche Anwendung empfehlen sich natürliche Produkte ohne aggressive Chemikalien. Pflegeöle aus Kokos, Argan oder Nachtkerze pflegen Haut und Fell auf sanfte Weise. Bei der Auswahl sollte stets auf die Hautverträglichkeit geachtet werden.
Gesundheitskontrolle während der Pflege
Die pflege des pferdes bietet die ideale Gelegenheit für eine tägliche Gesundheitskontrolle. Viele Erkrankungen können durch aufmerksame Beobachtung frühzeitig erkannt werden.
Systematische Untersuchung beim Putzen
Während des Putzens sollten Sie systematisch den gesamten Körper abtasten und inspizieren. Schwellungen, warme Stellen, Wunden oder Hautveränderungen fallen dabei sofort auf.
Kontrollpunkte bei jeder Pflegeeinheit:
- Beine auf Schwellungen, Wärme oder Verletzungen prüfen
- Hufe auf Risse, Ausbrüche oder Strahlfäule kontrollieren
- Haut auf Ekzeme, Pilzbefall oder Parasitenbefall untersuchen
- Augen auf Ausfluss, Rötungen oder Schwellungen checken
- Nüstern auf ungewöhnlichen Ausfluss achten
- Allgemeinzustand und Verhalten beobachten
Die frühzeitige Erkennung von Problemen kann schwerwiegende Erkrankungen verhindern. Ein aufmerksamer Pferdebesitzer bemerkt bereits geringfügige Veränderungen im Verhalten oder der Körperhaltung, die auf Unwohlsein hindeuten können. Stoffwechselerkrankungen beim Pferd zeigen sich häufig zunächst durch veränderte Fellqualität oder Hufprobleme.
Stallhygiene als Teil der Pferdepflege
Die pflege des pferdes endet nicht beim Tier selbst. Ein sauberer, gut gepflegter Stall ist Voraussetzung für die Gesundheit des Pferdes.
Tägliche und wöchentliche Stallarbeiten
Die Box sollte täglich ausgemistet werden, wobei nasse und verschmutzte Einstreu vollständig entfernt wird. Hochwertige Einstreu bindet Feuchtigkeit effektiv und reduziert Ammoniakbildung.
| Stallpflegeaufgabe | Häufigkeit | Wichtigkeit |
|---|---|---|
| Ausmisten | Täglich | Sehr hoch |
| Futter- und Wassertröge reinigen | Täglich | Sehr hoch |
| Vollständige Boxenreinigung | Wöchentlich | Hoch |
| Desinfektion | Monatlich | Mittel |
| Lüftung kontrollieren | Täglich | Hoch |
Futtertröge und Wasserbehälter müssen täglich gereinigt werden, um die Bildung von Bakterien und Schimmel zu verhindern. Einmal wöchentlich sollte die gesamte Box gründlich gereinigt und bei Bedarf desinfiziert werden. Eine gute Luftzirkulation verhindert die Ansammlung von Staub und Ammoniak, die Atemwegserkrankungen begünstigen können.
Ernährung als Grundlage für Pflegesukzess
Die pflege des pferdes wird durch eine optimale Ernährung maßgeblich unterstützt. Glänzendes Fell, gesunde Hufe und starke Muskulatur sind direkte Folgen einer ausgewogenen Fütterung.
Nährstoffversorgung für gesunde Haut und Fell
Proteine, Vitamine und Mineralien spielen eine zentrale Rolle für die Fellqualität. Besonders wichtig sind B-Vitamine, Zink, Kupfer und essenzielle Fettsäuren.
Wichtige Nährstoffe für optimale Fellgesundheit:
- Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren für Glanz und Geschmeidigkeit
- Biotin für kräftiges Hufhorn und gesundes Fell
- Zink für Hautregeneration und Wundheilung
- Vitamin E als Antioxidans
- Selen für Zellschutz
Hochwertiges Pferdefutter sollte alle essentiellen Nährstoffe in ausgewogener Menge enthalten. Bei besonderen Bedürfnissen können Mineralfutter für Pferde gezielt Defizite ausgleichen. Die Fütterung beeinflusst nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch die Regenerationsfähigkeit der Haut und die Widerstandskraft gegen Parasiten.
Besondere Pflegeanforderungen verschiedener Pferdetypen
Nicht jedes Pferd hat die gleichen Pflegeanforderungen. Rasse, Alter und Nutzung beeinflussen den individuellen Pflegebedarf erheblich.
Senioren und Jungpferde
Ältere Pferde benötigen häufig intensivere Pflege als junge, vitale Tiere. Seniorenfutter unterstützt den veränderten Stoffwechsel, während die Pflegeroutine an die reduzierten Bewegungsmöglichkeiten angepasst werden muss.
Bei Senioren sollte besonderes Augenmerk auf die Zahngesundheit gelegt werden, da diese die Futteraufnahme und damit die Nährstoffversorgung beeinflusst. Häufigere, kürzere Pflegeeinheiten sind schonender als lange, anstrengende Sessions. Jungpferde hingegen müssen behutsam an die Pflegeroutine gewöhnt werden, um eine positive Assoziation aufzubauen.
Robustpferde versus Hochleistungssportler
Robustpferderassen mit dichtem Fell benötigen im Winter weniger intensive Pflege als fein strukturierte Warmblüter. Sie sollten ihr natürliches Winterfell behalten dürfen, das effektiven Kälteschutz bietet.
Sportpferde hingegen werden häufig geschoren, um übermäßiges Schwitzen beim Training zu vermeiden. Dies erfordert angepasste Eindeckstrategien und intensivierte Hautpflege. Nach dem Training ist gründliches Trockenreiben oder Abschwitzen unter der Decke essentiell, um Erkältungen zu vermeiden.
Pflegeintensität bei verschiedenen Haltungsformen
Die Haltungsform beeinflusst den Pflegeaufwand erheblich. Boxenpferde benötigen andere Pflege als Offenstallpferde oder Weidepferde.
Boxenhaltung und Offenstall
Pferde in Boxenhaltung sind weniger Witterungseinflüssen ausgesetzt, benötigen aber häufigeres Putzen, da sie sich nicht im Schlamm wälzen können, um Juckreiz zu lindern. Die Hufe bleiben bei Boxenhaltung oft trockener, was regelmäßige Feuchtepflege erforderlich macht.
Offenstallpferde sind häufig schmutziger und benötigen vor dem Reiten eine gründliche Reinigung. Gleichzeitig profitieren sie von natürlicher Bewegung und sozialen Kontakten, was sich positiv auf die Psyche auswirkt. Die pflege des pferdes muss hier wetterabhängig angepasst werden. Produkte für Stall und Weide unterstützen optimale Haltungsbedingungen.
Weidehaltung im Sommer
Pferde, die den Sommer auf der Weide verbringen, benötigen besonderen Schutz vor Insekten und intensiver Sonneneinstrahlung. Regelmäßige Kontrollen sind trotz der naturnahen Haltung unverzichtbar. Besonders empfindliche Bereiche wie Bauch, Schlauch und Ohren sollten auf Insektenstiche kontrolliert werden. UV-Schutzsprays können bei Pferden mit hellem Fell oder unpigmentierten Hautpartien Sonnenbrand vorbeugen.
Professionelle Unterstützung und Weiterbildung
Die pflege des pferdes erfordert kontinuierliche Weiterbildung und gelegentlich professionelle Unterstützung. Niemand kann alles wissen, und externe Expertise ist wertvoll.
Wann externe Hilfe erforderlich ist
Bestimmte Pflegeaufgaben sollten Fachleuten überlassen werden. Dazu gehören das Scheren, besonders bei nervösen Pferden, sowie therapeutische Maßnahmen bei Hauterkrankungen. Auch die umfassende Pferdepflege umfasst Aspekte, die spezielles Wissen erfordern.
Ein Tierarzt sollte bei allen gesundheitlichen Auffälligkeiten konsultiert werden. Hautveränderungen, anhaltender Juckreiz oder Hufprobleme erfordern professionelle Diagnose und Behandlung. Physiotherapeuten und Osteopathen können bei Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen helfen, die während der Pflege auffallen.
Fortbildungsmöglichkeiten für Pferdebesitzer
Zahlreiche Organisationen bieten Kurse zur Pferdepflege an. Von Hufpflegekursen über Workshops zur Fellpflege bis hin zu Seminaren über Pferdephysiologie und Anatomie reicht das Angebot. Diese Investitionen zahlen sich langfristig durch gesündere, zufriedenere Pferde aus. Informationen zur artgerechten Pferdepflege und moderne Pflegetechniken werden ständig weiterentwickelt.
Die professionelle pflege des pferdes vereint Routine, Aufmerksamkeit und Fachwissen zu einem ganzheitlichen Konzept für die Pferdegesundheit. Durch konsequente Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen schaffen Sie die optimale Grundlage für ein vitales, leistungsfähiges Pferd. STRÖH unterstützt Sie mit einem umfassenden Sortiment an Pflegeprodukten, hochwertigem Futter und Stallbedarf – alles, was Sie für die optimale Versorgung Ihres Pferdes benötigen, in umweltfreundlicher Verpackung und mit schneller Lieferung direkt zu Ihnen.



