Pferdepflege von Kopf bis Huf – alles, was Du wirklich wissen musst
Wer ein Pferd hält, weiß: Gute Pflege ist mehr als eine tägliche Routine. Sie ist die Basis für ein zufriedenes Tier und eine starke Verbindung zwischen Pferd und Mensch. In diesem Leitfaden zeigen wir, worauf es wirklich ankommt – von der richtigen Ausrüstung über das tägliche Putzen bis hin zu den kleinen Dingen, die den Unterschied machen.
Grundlagen der täglichen Pferdepflege
Tägliche Pflege ist nicht nur Routine – sie ist auch eine Chance, das Pferd genau im Blick zu behalten. Wer sein Tier regelmäßig putzt und kontrolliert, erkennt Veränderungen an Haut, Fell oder Hufen oft früh genug, um rechtzeitig reagieren zu können.

Zeitplan für die Pferdepflege
Feste Pflegeroutinen geben Pferden Sicherheit – und Haltern Struktur. Wer seine Pflege an bestimmte Tageszeiten knüpft, merkt schnell, wie entspannt Pferde auf vertraute Abläufe reagieren.
Ein bewährter Tagesablauf sieht so aus:
Morgens: Gesundheitscheck – wie sieht das Pferd aus, hat es gefressen, ist es munter?
Vormittags: Gründliches Putzen vor dem Reiten
Nachmittags: Hufe auskratzen, Box kontrollieren
Abends: Kurze Abschlusskontrolle, Nachtversorgung
Wie viel Zeit die Pflege täglich braucht, hängt von der Jahreszeit, der Haltungsform und dem Pferd selbst ab – ein Isländer im Fellwechsel ist eine andere Herausforderung als ein frisch geschorenes Sportpferd.
Pflege als Beziehungsarbeit
Putzen ist mehr als Hygiene. Wer täglich Zeit mit seinem Pferd verbringt, baut Vertrauen auf – Berührung für Berührung. Pferde pflegen sich gegenseitig, indem sie sich gegenseitig beknabbern. Dieses natürliche Sozialverhalten lässt sich durch die menschliche Pflege aufgreifen. Wer achtsam und ruhig vorgeht, wird merken, wie das Pferd diese Zeit zunehmend genießt.
Fellpflege: Das richtige Werkzeug, die richtige Technik
Gute Fellpflege entfernt Schmutz und loses Haar, regt die Durchblutung an – und gibt einem einen guten Überblick über den Zustand des Pferdes. Dafür braucht es das passende Werkzeug:
Werkzeug | Wofür | Wo |
Schmutz und Fett lösen | Hals, Rücken, Kruppe | |
Kardätsche | Gelöste Partikel entfernen | Gesamter Körper |
Grobe Verschmutzungen | Beine, stark schmutzige Stellen | |
Mähne und Schweif entwirren | Langhaar | |
Hufe reinigen | Hufsohle und Strahl | |
Empfindliche Stellen säubern | Augen, Nüstern, Schweifansatz |
So geht's Schritt für Schritt:
Groben Schmutz mit der Wurzelbürste entfernen
Mit dem Striegel in kreisenden Bewegungen gegen den Haarstrich arbeiten
Mit der Kardätsche in Haarwuchsrichtung bürsten und den gelösten Schmutz abtragen
Mähne und Schweif vorsichtig entwirren
Gesicht mit einer weichen Bürste säubern
Fell mit einem Glanztuch abschließend polieren
Empfindliche Stellen wie Bauch und Flanken brauchen eine leichtere Hand – nicht jedes Pferd mag dort denselben Druck.

Hufpflege: Das Fundament, auf dem alles steht
Gesunde Hufe sind die Voraussetzung dafür, dass ein Pferd überhaupt belastet werden kann. Die Hufpflege gehört deshalb zur täglichen Routine.
So wird der Huf gereinigt:
Pferd zum Hochheben des Hufes auffordern
Hufkratzer von der Trachte zur Zehenspitze führen
Strahl gründlich säubern und auf Fäulnis kontrollieren
Hufeisen auf festen Sitz prüfen
Hufwand auf Risse oder Ausbrüche untersuchen
Besonders die Strahlfurchen verdienen Aufmerksamkeit – dort bildet sich am häufigsten Fäule. Ein gesunder Strahl ist fest, elastisch und riecht neutral.
Termine beim Hufschmied:
Intervall | Maßnahme | Beschlagsart |
Alle 6–8 Wochen | Ausschneiden | Barhuf |
Alle 6–8 Wochen | Beschlag erneuern | Eisen |
Alle 8–10 Wochen | Ausschneiden | Leichte Nutzung |
Alle 5–6 Wochen | Beschlag erneuern | Intensive Nutzung |
Die tägliche Pflege ist Aufgabe des Halters – das fachgerechte Ausschneiden und Beschlagen bleibt dem Hufschmied überlassen.
Pflegeanforderungen nach Jahreszeit
Die Pflege des Pferdes passt sich den wechselnden klimatischen Bedingungen an. Jede Jahreszeit stellt spezifische Anforderungen an die Pflegepraxis.
Winterpflege
Im Winter benötigen Pferde besonderen Schutz vor Kälte und Nässe. Pferdedecken kommen zum Einsatz, wenn das Pferd geschoren wurde oder bei extremen Witterungsbedingungen.
Winter
Dichtes Winterfell, feuchte Böden und kurze Tage – die kalte Jahreszeit stellt eigene Anforderungen:
Intensivere Fellpflege, gerade bei dichtem Winterfell
Regelmäßige Kontrolle auf Hautpilz unter feuchtem Fell
Decken regelmäßig waschen und auf Schäden prüfen
Mauke-gefährdete Bereiche (Fesselbeuge) besonders im Blick behalten
Hufe auch bei gefrorenem Boden täglich kontrollieren
Geschorene Pferde brauchen je nach Situation unterschiedliche Decken: leichtere Stalldecken für die Box, wasserdichte Weidedecken für draußen.
Sommer
Hitze, Insekten und intensive Sonne bringen andere Herausforderungen:
Fliegenmasken schützen empfindliche Augen
Ekzemerdecken helfen bei allergischen Pferden
Schweifansatz häufiger reinigen
Schimmel auf Sonnenbrand an empfindlichen Stellen kontrollieren
Für ausreichend frisches Wasser sorgen
Fütterung: Pflege von innen
Was das Pferd frisst, sieht man – am Fell, an den Hufen, an der Haut. Eine ausgewogene Versorgung mit den richtigen Nährstoffen unterstützt das, was von außen nicht erreichbar ist.
Nährstoff | Wirkung | Mögliche Quellen |
Hufhornqualität | Ergänzungsfutter | |
Fellglanz, Hautpflege | Leinöl | |
Haut- und Fellstoffwechsel | Mineralfutter | |
Methionin | Hufhornbildung | Proteinreiches Futter |
Zellschutz | Weidegras, Öle |
Fütterung ist immer individuell – Alter, Nutzung und Gesundheitszustand spielen eine Rolle. Im Zweifel lohnt sich eine Beratung durch einen Fütterungsexperten oder den Tierarzt.
Zur Futterhygiene gehört auch:
Tröge täglich reinigen und Reste entfernen
Futter trocken und kühl lagern
Regelmäßig auf Schimmel oder Schädlingsbefall kontrollieren
Verschiedene Futtersorten getrennt aufbewahren
Pflegepraxis für verschiedene Pferdetypen
Unterschiedliche Rassen und Nutzungsformen erfordern angepasste Pflegeansätze. Die Pflege des Pferdes muss individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Tieres abgestimmt werden.

Verschiedene Pferde, verschiedene Bedürfnisse
Robustpferde und Ponys
Rassen wie Isländer oder Haflinger sind robuster als viele Warmblüter – und brauchen auch eine angepasste Pflege. Ihr natürlicher Fettfilm schützt Haut und Fell und sollte nicht durch zu intensives Waschen oder Decken gestört werden. Langhaar neigt zur Verfilzung und braucht regelmäßige Aufmerksamkeit – ansonsten kommen diese Pferde mit weniger aus.
Hochleistungspferde
Sportpferde sind täglich hohen Belastungen ausgesetzt. Ihre Pflege ist entsprechend aufwendiger:
Tägliche gründliche Kontrolle auf Verletzungen und Schwellungen
Intensive Fellpflege zur Förderung der Muskulatur
Kühlende Gels nach Belastung
Bandagierung bei Bedarf
Enge Zusammenarbeit mit Tierarzt und Hufschmied
Stallhygiene
Boxenpflege
Eine saubere Box ist kein Nice-to-have – sie ist Grundvoraussetzung. Feuchte, schmutzige Einstreu belastet Atemwege, Haut und Hufe.
Tägliche Routine:
Mehrmals täglich äppeln
Nasse Stellen sofort entfernen
Frische Einstreu nachfüllen
Für Luftzirkulation sorgen
Einmal wöchentlich komplett ausmisten
Strohpellets sind eine gute Alternative zu herkömmlichem Stroh – sie binden Feuchtigkeit besser und sind staubarmer.
Weidemanagement
Auch Weidepferde brauchen tägliche Aufmerksamkeit:
Sichtkontrolle aller Pferde
Zaun wöchentlich auf Schäden prüfen
Regelmäßig nach Giftpflanzen suchen
Weide abäppeln
Wasserstellen sauber halten
Gesundheit im Blick behalten
Jede Pflegesitzung ist gleichzeitig ein Gesundheitscheck. Wer sein Pferd gut kennt, merkt schnell, wenn etwas nicht stimmt.
Worauf man achten sollte:
Haut: Schwellungen, Wärme, Verletzungen
Fell: Glanz, Haarausfall, Schuppen
Lymphknoten: Schwellungen im Kopf- und Halsbereich
Atemwege: Husten, Nasenausfluss
Augen: Ausfluss, Rötungen
Bewegung: Lahmheit, Steifheit
Wer Auffälligkeiten dokumentiert, hat es leichter – sowohl beim eigenen Überblick als auch im Gespräch mit dem Tierarzt.
Wissen vertieft, Pflege verbessert
Grundlagen lassen sich selbst erarbeiten – wer tiefer einsteigen möchte, kann von Workshops, Fachliteratur und dem Austausch mit erfahrenen Haltern profitieren. Und für spezifische Fragen gibt es Fachleute: vom Hufschmied über den Physiotherapeuten bis zum Tierarzt.
Die umfassende Pflege des Pferdes erfordert Engagement, Fachwissen und die richtige Ausrüstung, bildet jedoch die Grundlage für ein gesundes und leistungsfähiges Tier. Systematische Pflegeroutinen, hochwertige Produkte und aufmerksame Beobachtung ermöglichen es Pferdebesitzern, die Gesundheit ihrer Tiere langfristig zu erhalten. Bei STRÖH E-Commerce GmbH findest Du nicht nur qualitativ hochwertige Pflegeprodukte und Futtermittel, sondern profitierst auch von nachhaltigen Lösungen, umweltfreundlichem Versand und fachkundiger Beratung für alle Aspekte rund um die Pferdehaltung und -pflege - versandkostenfrei ab 119 Euro.



