Nierenproblem Pferd: Früherkennung und Prävention
Die Nieren erfüllen im Organismus des Pferdes lebenswichtige Funktionen und sind für die Entgiftung sowie die Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts verantwortlich. Ein Nierenproblem Pferd kann sich schleichend entwickeln und bleibt häufig lange Zeit unbemerkt, da die Symptome oft unspezifisch sind. Pferdehalter sollten daher die Anzeichen einer Nierenerkrankung kennen und wissen, wie sie durch gezielte Fütterung und Pflege die Nierengesundheit ihres Pferdes unterstützen können. Die rechtzeitige Erkennung und präventive Maßnahmen spielen eine entscheidende Rolle, um schwerwiegende gesundheitliche Folgen zu vermeiden.
Funktion und Bedeutung der Nieren beim Pferd
Die Nieren des Pferdes filtern täglich enorme Mengen an Blut und scheiden Abfallstoffe über den Urin aus. Sie regulieren den pH-Wert des Blutes, den Flüssigkeitshaushalt und den Elektrolytgehalt im Körper.
Diese Hauptaufgaben erfüllen gesunde Pferdenieren:
- Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen wie Harnstoff und Kreatinin
- Regulation des Wasser- und Salzgleichgewichts
- Kontrolle des Blutdrucks durch Hormonproduktion
- Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Haushalts
Ein gesundes Pferd produziert täglich zwischen 3 und 10 Liter Urin, abhängig von Fütterung, Wasseraufnahme und Aktivität. Die Farbe des Urins variiert normalerweise von hellgelb bis trüb, was durch die Ausscheidung von Kalziumkarbonat verursacht wird. Veränderungen in Menge, Farbe oder Konsistenz können auf ein Nierenproblem Pferd hindeuten und sollten ernst genommen werden.
Anatomische Besonderheiten
Pferde besitzen zwei bohnenförmige Nieren, wobei die rechte Niere herzförmig ist und die linke eine längliche Form aufweist. Die Nieren liegen geschützt unter der Lendenwirbelsäule und arbeiten kontinuierlich, um den Organismus von Stoffwechselendprodukten zu befreien.
Die Nierenfunktion lässt sich nur bedingt durch äußere Symptome beurteilen. Erst wenn etwa 70 Prozent des Nierengewebes geschädigt sind, zeigen sich deutliche klinische Anzeichen einer Niereninsuffizienz.

Ursachen für Nierenprobleme beim Pferd
Ein Nierenproblem Pferd kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Die Ursachen reichen von akuten Vergiftungen bis hin zu chronischen Erkrankungen, die sich über Jahre entwickeln.
Häufige Auslöser
Die Entstehung von Nierenerkrankungen ist oft multifaktoriell bedingt. Pferde mit vorbestehenden Stoffwechselstörungen oder geschwächtem Immunsystem sind besonders gefährdet.
| Ursache | Beschreibung | Risikofaktoren |
|---|---|---|
| Toxine und Medikamente | NSAR-Überdosierung, giftige Pflanzen | Langfristige Medikamentengabe |
| Infektionen | Bakterielle Entzündungen, Sepsis | Geschwächtes Immunsystem |
| Durchblutungsstörungen | Dehydration, Schock, Koliken | Unzureichende Wasseraufnahme |
| Harnsteine | Kristallbildung in Nieren oder Blase | Mineralstoffreiche Fütterung |
Toxische Substanzen, die besonders häufig zu Nierenschäden führen, umfassen Schimmelpilzgifte in verdorbenem Futter, bestimmte Unkräuter wie Hahnenfuß sowie eine übermäßige Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten. Die Entstehung von Harnsteinen ist ebenfalls ein bedeutender Risikofaktor, der die Nierenfunktion erheblich beeinträchtigen kann.
Fütterungsbedingte Risiken
Eine unausgewogene Ernährung mit zu hohem Proteingehalt oder Mineralstoffüberschuss belastet die Nieren dauerhaft. Besonders bei älteren Pferden oder solchen mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine angepasste Fütterung unerlässlich.
Pferde, die ausschließlich proteinreiches Futter wie Luzerne oder junges Gras erhalten, produzieren mehr harnpflichtige Substanzen. Die Nieren müssen verstärkt arbeiten, um diese auszuscheiden, was langfristig zu einer Überlastung führen kann.
Symptome erkennen: Wann liegt ein Nierenproblem vor?
Die frühzeitige Erkennung eines Nierenproblems beim Pferd ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Da die Symptome häufig unspezifisch sind und sich langsam entwickeln, werden sie von Pferdebesitzern oft übersehen.
Frühe Warnzeichen
In der Anfangsphase einer Nierenerkrankung zeigt das Pferd meist nur subtile Veränderungen. Aufmerksame Beobachtung des täglichen Verhaltens ist daher unverzichtbar.
- Vermehrter oder verminderter Durst
- Veränderungen in Menge und Farbe des Urins
- Leichte Appetitlosigkeit oder wählerisches Fressverhalten
- Leistungsabfall und verminderte Ausdauer
- Mattigkeit und reduzierte Aktivität
Veränderungen im Urinverhalten können wichtige Hinweise auf eine beginnende Nierenfunktionsstörung geben. Besonders auffällig ist dunkler, konzentrierter Urin oder im Gegenteil sehr heller, wässriger Urin in großen Mengen.
Fortgeschrittene Symptome
Bei fortschreitender Niereninsuffizienz verschlechtert sich der Allgemeinzustand deutlich. Das Pferd zeigt nun eindeutige Krankheitsanzeichen, die eine sofortige tierärztliche Behandlung erfordern.
Klinische Anzeichen einer fortgeschrittenen Nierenerkrankung:
- Gewichtsverlust trotz ausreichender Fütterung
- Ödeme an Beinen und Unterbauch
- Apathie und deutliche Schwäche
- Übelriechender Atem (urämischer Geruch)
- Erhöhte Herzfrequenz und Atemfrequenz
- Dehydration trotz Wasserangebot
Es ist wichtig zu beachten, dass einige Symptome wie Muskelsteifheit und dunkler Urin auch auf andere Erkrankungen wie den Kreuzverschlag hindeuten können, der fälschlicherweise als Nierenproblem interpretiert wird.

Diagnose und tierärztliche Untersuchung
Wenn der Verdacht auf ein Nierenproblem Pferd besteht, sollte umgehend ein Tierarzt konsultiert werden. Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Blut- und Urinanalysen.
Labordiagnostik
Die Blutuntersuchung gibt Aufschluss über wichtige Nierenwerte. Erhöhte Kreatinin- und Harnstoffwerte im Blutserum weisen auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hin.
| Parameter | Normalwert | Erhöht bei Nierenproblem |
|---|---|---|
| Kreatinin | 1,2-1,9 mg/dl | > 2,0 mg/dl |
| Harnstoff | 20-40 mg/dl | > 45 mg/dl |
| Kalium | 2,5-4,5 mmol/l | Kann erhöht sein |
| Phosphat | 0,8-1,6 mmol/l | Kann erhöht sein |
Die Urinuntersuchung ergänzt die Blutdiagnostik. Dabei werden Dichte, pH-Wert, Proteingehalt und das Vorhandensein von Blutzellen oder Kristallen analysiert. Ein spezifisches Gewicht unter 1,008 deutet auf eine verminderte Konzentrationsleistung der Nieren hin.
Bildgebende Verfahren
In manchen Fällen sind weiterführende Untersuchungen wie Ultraschall oder endoskopische Verfahren notwendig, um strukturelle Veränderungen der Nieren oder Harnsteine zu identifizieren. Die rektale Ultraschalluntersuchung ermöglicht eine Beurteilung der Nierengröße und -struktur.
Behandlung und therapeutische Maßnahmen
Die Therapie eines Nierenproblems beim Pferd richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. Akute Niereninsuffizienz erfordert intensivmedizinische Betreuung, während chronische Erkrankungen langfristige Managementstrategien benötigen.
Akutbehandlung
Bei akuten Nierenschädigungen steht die Stabilisierung des Kreislaufs und die Wiederherstellung der Nierenperfusion im Vordergrund.
- Intravenöse Flüssigkeitstherapie zur Rehydration
- Elektrolytausgleich und Säure-Basen-Korrektur
- Behandlung der Grunderkrankung (z.B. Infektionen)
- Unterstützung der Harnproduktion
- Schmerzmanagement bei Harnsteinen
Die Prognose bei akuter Niereninsuffizienz hängt stark vom Zeitpunkt des Therapiebeginns ab. Je früher die Behandlung einsetzt, desto besser sind die Heilungschancen.
Langzeitmanagement chronischer Nierenerkrankungen
Chronische Nierenprobleme erfordern eine lebenslange Anpassung der Haltung und Fütterung. Ziel ist es, die verbleibende Nierenfunktion zu erhalten und die Lebensqualität des Pferdes zu optimieren.
Wesentliche Aspekte des Langzeitmanagements:
- Sicherstellung ständiger Wasserverfügbarkeit in bester Qualität
- Reduzierung des Proteingehalts im Futter auf 8-10%
- Vermeidung von Kalzium- und Phosphatüberschüssen
- Regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte (alle 3-6 Monate)
- Stressreduktion und angepasstes Training
Die gezielte Unterstützung von Leber und Nieren durch entsprechende Futterzusätze kann die Entgiftungsfunktion fördern und die Organe entlasten.
Fütterung bei Nierenproblemen
Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention und Behandlung eines Nierenproblems beim Pferd. Eine angepasste Fütterungsstrategie kann die Nieren entlasten und weitere Schädigungen verhindern.
Proteinreduktion
Überschüssiges Protein muss über die Nieren ausgeschieden werden. Bei nierenerkrankten Pferden sollte der Proteingehalt der Gesamtration auf ein notwendiges Minimum reduziert werden, wobei die Qualität des Proteins wichtiger ist als die Quantität.
Hochwertige Proteinquellen mit optimaler Aminosäurezusammensetzung ermöglichen es, den Bedarf mit geringeren Mengen zu decken. Heu von späten Schnitten und proteinreduziertes Kraftfutter sind zu bevorzugen.
Mineralstoff- und Elektrolytbalance
Die Kontrolle der Mineralstoffzufuhr ist bei Nierenproblemen essentiell. Besonders Phosphor, Kalzium und Magnesium müssen sorgfältig austariert werden.
| Mineralstoff | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Phosphor | Reduziert | Akkumulation bei Niereninsuffizienz |
| Kalzium | Angepasst | Harnsteinrisiko bei Überschuss |
| Natrium | Moderat | Wichtig für Flüssigkeitshaushalt |
| Kalium | Überwacht | Kann sich anreichern |
Eine ausreichende Wasseraufnahme ist fundamental. Pferde mit Nierenproblemen sollten täglich mindestens 30-40 Liter Wasser trinken. Schmackhaftes, temperiertes Wasser und mehrere Tränkestellen fördern die Aufnahme.

Natürliche Unterstützung durch Kräuter
Bestimmte Kräuter haben sich in der Pferdefütterung bewährt, um die Nierenfunktion zu unterstützen und die Entgiftung zu fördern. Sie sollten jedoch immer als Ergänzung zur tierärztlichen Behandlung verstanden werden.
Bewährte Nierenkräuter
Kräuter zur Unterstützung der Nieren wirken häufig harntreibend, durchspülend oder entzündungshemmend. Sie können helfen, die Ausscheidungsfunktion zu verbessern und Ablagerungen vorzubeugen.
- Brennnessel: Harntreibend und stoffwechselanregend
- Birkenblätter: Fördern die Durchspülung der Harnwege
- Goldrute: Unterstützt die Nierenfunktion und wirkt entzündungshemmend
- Schachtelhalm: Stärkt das Gewebe und fördert die Ausscheidung
- Löwenzahn: Unterstützt Leber und Nieren bei der Entgiftung
Die Anwendung sollte immer in Absprache mit einem fachkundigen Tierarzt oder Tierheilpraktiker erfolgen. Früherkennung und natürliche Unterstützung können die konventionelle Therapie sinnvoll ergänzen.
Dosierung und Anwendungsdauer
Kräutermischungen für die Nieren werden üblicherweise als Kur über 4-6 Wochen gefüttert, gefolgt von einer Pause. Bei chronischen Erkrankungen kann nach Rücksprache eine Dauergabe in reduzierter Dosierung sinnvoll sein.
Die Qualität der Kräuter ist entscheidend. Sie sollten frei von Schadstoffen sein und schonend getrocknet werden, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten.
Prävention: Nierengesundheit langfristig erhalten
Vorbeugende Maßnahmen sind der beste Schutz vor einem Nierenproblem Pferd. Durch bewusstes Management lassen sich viele Risikofaktoren minimieren.
Fütterungshygiene und Futterqualität
Einwandfreies, schimmelfreies Heu und Kraftfutter sind Grundvoraussetzung. Regelmäßige Kontrollen der Futtervorräte auf Verunreinigungen und Schimmelbildung schützen vor toxischen Schädigungen.
Präventive Fütterungsmaßnahmen:
- Bedarfsgerechte Proteinversorgung ohne Überschüsse
- Ausgewogene Mineralstoffzusammensetzung
- Vermeidung von plötzlichen Futterumstellungen
- Zugang zu frischem, sauberem Wasser rund um die Uhr
- Regelmäßige Futtermittelanalysen
Die Bedeutung der Entgiftung sollte nicht unterschätzt werden. Nieren spielen dabei eine zentrale Rolle, weshalb ihre Gesunderhaltung oberste Priorität haben sollte.
Haltung und Bewegung
Ausreichende Bewegung fördert die Durchblutung und damit auch die Nierenfunktion. Pferde sollten täglich mehrere Stunden Zugang zu Auslauf oder Weide haben.
Stress belastet den gesamten Organismus und kann indirekt die Nierenfunktion beeinträchtigen. Ein stabiles soziales Umfeld, regelmäßige Routinen und artgerechte Haltungsbedingungen tragen zur Gesunderhaltung bei.
Regelmäßige Gesundheitschecks
Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Nierenproblemen, bevor deutliche Symptome auftreten. Besonders bei älteren Pferden oder solchen mit bekannten Risikofaktoren sind regelmäßige Kontrollen empfehlenswert.
Sinnvolle Untersuchungsintervalle
Gesunde Pferde sollten mindestens einmal jährlich einer allgemeinen Gesundheitsuntersuchung unterzogen werden. Bei Pferden über 15 Jahren oder mit Vorerkrankungen sind halbjährliche Checks sinnvoll.
Blutuntersuchungen mit Nierenwertkontrolle geben Aufschluss über die Organfunktion, bevor klinische Symptome sichtbar werden. Frühe Abweichungen können durch Fütterungs- und Haltungsanpassungen oft noch korrigiert werden.
Dokumentation und Monitoring
Die systematische Erfassung von Trinkverhalten, Urinabsatz und Allgemeinbefinden hilft, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Ein Gesundheitstagebuch ist ein wertvolles Instrument für die Kommunikation mit dem Tierarzt.
Produkttests und Erfahrungsberichte von anderen Pferdehaltern können wertvolle Hinweise auf bewährte Unterstützungsmaßnahmen geben.
Besondere Risikogruppen
Manche Pferde haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Nierenproblems. Diese Tiere benötigen besondere Aufmerksamkeit und präventive Maßnahmen.
Ältere Pferde
Mit zunehmendem Alter nimmt die Nierenfunktion natürlicherweise ab. Pferde über 20 Jahre sollten besonders sorgfältig überwacht werden. Altersgerechte Fütterung mit reduziertem Proteingehalt und leicht verdaulichen Komponenten unterstützt die Organgesundheit.
Pferde mit Stoffwechselerkrankungen
Tiere mit Equinem Metabolischem Syndrom, Cushing oder chronischen Lebererkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für Nierenprobleme. Die Behandlung der Grunderkrankung und eine angepasste Fütterung sind essentiell.
Besonders gefährdete Gruppen:
- Pferde mit wiederkehrenden Koliken
- Tiere unter Langzeitmedikation mit NSAR
- Pferde mit chronischen Infektionen
- Sportpferde mit intensivem Trainingspensum
- Pferde in Regionen mit mineralstoffreichem Wasser
Die Gesunderhaltung der Nieren ist ein wesentlicher Bestandteil der Pferdefürsorge und erfordert Aufmerksamkeit bei Fütterung, Haltung und regelmäßigen Gesundheitskontrollen. Ein Nierenproblem Pferd lässt sich durch präventive Maßnahmen oft vermeiden oder in frühen Stadien erfolgreich behandeln. STRÖH unterstützt Sie mit hochwertigem Pferdefutter, durchdachten Ergänzungsmitteln und Spezialprodukten für die Nieren- und Lebergesundheit Ihres Pferdes. Profitieren Sie von der fachkundigen Beratung und dem umfassenden Sortiment, das speziell auf die Bedürfnisse gesundheitsbewusster Pferdehalter abgestimmt ist.



