Wie viel Eisen kann über Brunnenwasser tatsächlich zusammenkommen? Was bedeutet das für Mangan?

Eisen im Brunnenwasser klingt erst einmal abstrakt. Entscheidend wird es aber, wenn man den Wert auf die tägliche Trinkmenge eines Pferdes umrechnet.

Ein Pferd trinkt je nach Wetter, Fütterung, Arbeit und Körpergröße schnell 25 bis 50 Liter Wasser am Tag. Liegt der Eisenwert im Brunnenwasser hoch, kann dadurch eine beachtliche Eisenmenge zusammenkommen.

Zum Vergleich: In der Pferdefütterung wird der Eisenbedarf eines 500-kg-Pferdes häufig im Bereich von etwa 400 mg Eisen pro Tag eingeordnet. Die genaue Rationsbewertung hängt aber immer von Futter, Alter, Nutzung und individueller Situation ab. Der NRC weist grundsätzlich darauf hin, dass eine passende Pferderation von den Nährstoffanforderungen abhängig ist und diese sich je nach Alter, Nutzung, Trächtigkeit oder Laktation unterscheiden können.

Dokumentierte Höchstwerte

Dokumentierte Eisenwerte aus Grundwasser- und Rohwasserkontexten zeigen, wie hoch Eisen regional sein kann. Ob sich das auf den eigenen Brunnen überträgt, zeigt nur eine Wasseranalyse.

Warum Mangan jetzt mitgedacht werden sollte?

Eisen ist nicht nur „ein Wert im Wasser“. Wenn über Brunnenwasser viel zusätzliches Eisen aufgenommen wird, lohnt sich ein genauer Blick auf die gesamte Spurenelementversorgung – besonders auf Mangan.

Die pferdespezifische Leberstudie beschreibt allgemein, dass essenzielle Spurenelemente im Gewebe in einem akzeptablen Bereich liegen müssen, unter anderem für normale Erhaltung, Wachstum, Fortpflanzung und Arbeitsleistung.

Auch pferdespezifische Daten zeigen, dass Eisen und Mangan nicht völlig unabhängig voneinander sind: In der Studie mit Leberproben von 122 augenscheinlich gesunden Pferden wurden verschiedene Spurenelemente untersucht. Dabei zeigte sich eine signifikant negative Beziehung zwischen Eisen und Mangan in der Leber: Höhere Eisenwerte gingen tendenziell mit niedrigeren Manganwerten einher.

Was heißt das praktisch? Das beweist nicht, dass eisenreiches Brunnenwasser automatisch einen Manganmangel verursacht. Es zeigt aber: Bei hohen Eisenwerten ist es fachlich sinnvoll, Mangan nicht auszublenden, sondern die gesamte Spurenelementversorgung mitzubeurteilen.

Wofür ist Mangan beim Pferd wichtig?

Mangan gehört zu den essenziellen Spurenelementen in der Pferdefütterung. Es ist kein einzelner „Wunderstoff“, sondern Teil einer ausgewogenen Mineralstoffversorgung. Der NRC beschreibt Mangan beim Pferd als wichtig für den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel sowie für die Bildung von Chondroitinsulfat.

Besonders bekannt ist Mangan für seine Rolle im Knochen- und Knorpelstoffwechsel. In der equinen Ernährungsliteratur wird beschrieben, dass Mangan an mehreren Schritten beteiligt ist, die für die Bildung von Chondroitinsulfat und die organische Knochenmatrix wichtig sind. Deshalb wird Mangan vor allem bei wachsenden Pferden, Jungpferden und in Phasen der Skelettentwicklung mitgedacht.

Auch im Energiestoffwechsel spielt Mangan eine Rolle. Es ist an enzymatischen Prozessen beteiligt, unter anderem im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Für Sportpferde bedeutet das nicht automatisch, dass zusätzliches Mangan die Leistung verbessert – aber es zeigt, warum Mangan in der Gesamtration nicht fehlen sollte.

Zusätzlich gehört Mangan zu den Spurenelementen, die in antioxidativen Enzymsystemen eine Rolle spielen. In einer pferdespezifischen Studie wurden beim Pferd sowohl Cu/Zn-SOD als auch Mn-SOD beschrieben. Superoxiddismutasen gehören zu den Metalloenzymen, die Superoxidradikale umwandeln können. Das ist vor allem ein Hinweis darauf, dass Spurenelemente nicht isoliert betrachtet werden sollten, sondern als Teil der gesamten Zell- und Stoffwechselregulation.

Warum ein Manganmangel beim Pferd nicht leicht zu prüfen ist?

Ein möglicher Manganmangel lässt sich beim Pferd nicht sicher an einzelnen äußeren Anzeichen festmachen. Die pferdespezifischen Studien bewerten Mangan deshalb nicht über „Blickdiagnosen“, sondern über definierte Proben und Labormethoden – zum Beispiel über Vollblut, Plasma, Serum, Leber oder Haarproben.

Blutwerte können dabei helfen, sind aber nicht automatisch eindeutig. In einer Studie mit 270 klinisch gesunden Warmblutpferden wurden Manganwerte in Vollblut, Plasma und Serum untersucht. Die Autoren weisen darauf hin, dass bei der Bewertung von Mangan im Blut sowohl das Probenmaterial als auch die angewandte Messmethode berücksichtigt werden müssen, weil sich die Ergebnisse je nach Material und Methode unterscheiden können.

Auch leicht zugängliches Probenmaterial wie Mähnenhaar ist kritisch zu bewerten. In einer Studie mit 62 Pferden wurden Haar- und Leberproben miteinander verglichen. Für Mangan zeigte sich keine aussagekräftige Korrelation zwischen Haar und Leber; die Autoren unterstützen den Einsatz von Haaranalysen zur Bestimmung des Mineralstatus beim Pferd unter Feldbedingungen deshalb nicht.

Für welche Pferde sollte Mangan besonders mitgedacht werden?

Bei Fohlen und Jungpferden steht vor allem die Entwicklung von Knochen und Skelett im Vordergrund. Eine Studie mit 46 Thoroughbred- und Quarter-Horse-Jährlingen untersuchte die Wirkung einer Mineralstoffergänzung, darunter auch Mangan, auf Wachstum und Skelettentwicklung. Dabei zeigte sich: Eine höhere Spurenelementzufuhr konnte die Knochenmineralablagerung verbessern. 

Auch bei tragenden und laktierenden Stuten sollte die Mineralstoffversorgung fachlich geprüft werden. In einer Studie mit spättragenden und laktierenden Stuten wurden Kupfer, Zink, Eisen, Mangan, Kobalt, Jod und Selen ergänzt. Höhere Spurenelementmengen als nach NRC empfohlen zeigten dort keinen zusätzlichen Vorteil für Fohlenwachstum, Entwicklung oder bestimmte Serum- und Milchwerte. 

Für laktierende Stuten und Saugfohlen gibt es zudem eine neuere pferdespezifische Studie zu Mangan. Dort wurde die Manganversorgung von Warmblutstuten und ihren Saugfohlen untersucht. Die Autoren berichten, dass Mangan in der Stutenmilch niedrig war und dass eine frühe Manganaufnahme des Fohlens vorzugsweise über Raufutter wichtig ist, um die Versorgung passend zum Bedarf sicherzustellen. 

Bei Sportpferden sollte Mangan nicht als Leistungsbooster dargestellt werden. Belegbar ist aber: Arbeit und Training gehören zu den Faktoren, die bei der Nährstoffbewertung eines Pferdes berücksichtigt werden. Deshalb ist bei Sportpferden eine insgesamt passende Mineralstoffversorgung wichtig – inklusive Mangan, aber immer im Zusammenhang mit der gesamten Ration.

Besonders prüfenswert ist Mangan außerdem bei Pferden mit manganarmer oder unbekannter Grundration. Ohne Raufutteranalyse lässt sich nicht sicher sagen, wie viel Mangan tatsächlich über Heu, Gras, Krippenfutter und Mineralfutter aufgenommen wird. Die Studie an Jährlingen zeigt gerade diesen Punkt gut: Eine Wirkung der Spurenelementergänzung wurde vor allem dann relevant, wenn die natürliche Ration unter den Empfehlungen lag. 

STRÖH Mangan: gezielte Ergänzung bei ernährungsbedingtem Bedarf.

Wenn die Rationsbewertung zeigt, dass die Manganversorgung knapp sein könnte, kann STRÖH Mangan die tägliche Mineralstoffversorgung gezielt ergänzen. Das Ergänzungsfuttermittel liefert Mangan in organisch gebundener Form als Glycin-Manganchelat. 

Ergänzt wird die Rezeptur durch warmluftgetrocknete Grashäcksel, Hefeerzeugnisse, entbittertes Soja, fein gecrackte Ölsaaten aus Leinsamen und Sonnenblumenkernen, kaltgepresste Lein- und Sonnenblumenöle, Kurkuma, Essig und Zichorien-Inulin. Zusätzlich enthält STRÖH Mangan Lysin sowie schwefelhaltige Aminosäuren aus Methionin und Cystein. Diese Bestandteile machen das Produkt zu einer gezielten Ergänzung der Gesamtration, ohne die Rationsbewertung zu ersetzen.

Zichorien-Inulin ergänzt die Rezeptur als fermentierbarer Faserstoff. Solche Faserstoffe können bestimmten Mikroorganismen im Verdauungstrakt als Nahrung dienen. In einer pferdespezifischen Studie mit Fructooligosacchariden und Inulin wurde eine Veränderung der Verdauungsflora beobachtet: Lactobacillus nahm zu, Streptococcus nahm ab und die mikrobielle Vielfalt stieg. Das spricht dafür, dass inulinartige Fruktane die Balance der Verdauungsflora mitbeeinflussen können.

Die enthaltenen Hefeerzeugnisse sind reich an RNA und Nukleotiden. Lysin, Methionin und Cystein sind Aminosäuren beziehungsweise schwefelhaltige Aminosäuren und ergänzen die Rezeptur als Proteinbausteine. Leinsamen, Sonnenblumenkerne sowie Lein- und Sonnenblumenöl liefern fetthaltige Futterbestandteile.

Quellen im Bild:

Niedersachsen: bis 175 mg/l Eisen

ab 10 mg/l Eisen = deutlich erhöhte Eisengehalte

Lausitz / Spreegebiet Südraum: 40–400 mg/l Eisen gesamt

Lausitz / Neustadt-Hotspot: ca. 300 mg/l Eisen gesamt

Warum eigene Brunnen analysieren?

Alle Bilder wurden mit KI erstellt und dienen nur der Veranschaulichung

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