Calciummangel bei Pferden
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Calciummangel beim Pferd – Mineralstoffversorgung gezielt optimieren
Was ist Calciummangel beim Pferd?
Definition & Ursachen
Calcium ist der mengenmäßig bedeutendste Mineralstoff im Pferdekörper – rund 99 Prozent sind in Knochen und Zähnen gebunden. Das verbleibende Prozent erfüllt lebenswichtige Funktionen: Es ist an der Nervenleitung, der Muskelkontraktion, der Blutgerinnung und der Hormonregulation beteiligt. Ein Calciummangel – in der Fachsprache Hypokalzämie – entsteht, wenn die tägliche Calciumzufuhr dauerhaft unter dem Bedarf des Pferdes liegt oder wenn Calcium nicht ausreichend aus dem Darm aufgenommen werden kann.
Häufige Ursachen sind eine calciumarme Grundration, ein ungünstiges Calcium-Phosphor-Verhältnis, ein Vitamin-D-Mangel, ein hoher Anteil oxalsäurehaltiger Futterpflanzen sowie erhöhter Bedarf in der Trächtigkeit, Laktation oder beim Wachstum.
Unterschied: Calciummangel vs. Calciumungleichgewicht
Häufiger als ein absoluter Calciummangel ist ein relatives Ungleichgewicht im Calcium-Phosphor-Verhältnis. Der Körper benötigt idealerweise ein Verhältnis von 1,5:1 bis 2:1. Wird dauerhaft mehr Phosphor als Calcium aufgenommen, kann der Körper Calcium aus den Knochen mobilisieren.
Kurz erklärt: Warum das Calcium-Phosphor-Verhältnis so entscheidend ist
Calcium und Phosphor konkurrieren im Darm um die Aufnahme. Ein Überschuss an Phosphor hemmt die Calciumabsorption – selbst wenn die Calciumzufuhr ausreichend erscheint. Getreide ist phosphorreich und calciumarm – ein hoher Getreideeinsatz verschiebt das Verhältnis schnell ungünstig.
Warum ist die richtige Fütterung bei Calciummangel so wichtig?
Calcium kann der Körper nicht selbst produzieren – er ist vollständig auf die tägliche Zufuhr angewiesen. Bei dauerhaftem Mangel greift der Körper auf Skelettreserven zurück – mit langfristigen Folgen für Knochen, Muskel- und Nervenfunktion.
- Knochensubstanz erhalten: Ausreichend Calcium verhindert den Abbau
- Muskelkontraktion sichern: Calcium ist für eine normale Muskelfunktion essenziell
- Nervenleitung unterstützen: Nervensignale können ohne Calcium nicht korrekt übertragen werden
- Calcium-Phosphor-Verhältnis optimieren: Das richtige Verhältnis ist mindestens ebenso wichtig wie die Menge
- Vitamin D als Voraussetzung: Nur mit ausreichend Vitamin D kann Calcium aufgenommen werden
Wirtschaftliche Vorteile für Stallbetreiber
Chronischer Calciummangel zeigt sich langfristig in häufigeren Knochen- und Sehnenproblemen. Regelmäßige Rationskontrolle ist die kostengünstigste Präventionsmaßnahme.
Vorteile einer optimierten Calciumversorgung auf einen Blick
- Erhalt und Aufbau einer stabilen Knochenstruktur
- Unterstützung normaler Muskel- und Nervenfunktion
- Ausgeglichenes Calcium-Phosphor-Verhältnis als Basis
- Schutz vor calciumbedingten Lahmheiten
- Besonders wichtig in Wachstum, Trächtigkeit und Laktation
- Grundlage für stabile Huf- und Zahnstruktur
Welche Arten von Calciummangel gibt es beim Pferd?
Calciummangel nach Ursache
Ernährungsbedingter Calciummangel: Häufig bei einseitiger Getreidefütterung ohne ausreichend Heu oder calciumreiche Ergänzungen.
Calcium-Phosphor-Ungleichgewicht: Ein hoher Phosphoranteil durch viel Getreide, Kleie oder Treber hemmt die Calciumaufnahme.
Vitamin-D-bedingter Calciummangel: Vitamin D ist für die Calciumabsorption essenziell. Pferde ohne ausreichend Sonnenlicht können einen Vitamin-D-Mangel entwickeln.
Oxalsäure-bedingter Calciummangel: Bestimmte Pflanzen enthalten hohe Mengen Oxalsäure, die Calcium im Darm bindet und dessen Aufnahme hemmt.
Bedarfsbedingter Calciummangel: In bestimmten Lebensphasen steigt der Calciumbedarf erheblich: bei Fohlen, hochtragenden und laktierenden Stuten sowie bei Sportpferden mit intensivem Schweißverlust.
Calciummangel nach betroffenen Körpersystemen
Skelettbedingte Folgen: Abnahme der Knochendichte – die Knochen werden weicher und anfälliger für Frakturen. Bei Jungpferden kann es zu Wachstumsstörungen kommen.
Muskelbedingte Folgen: Muskelkrämpfe, unkoordinierte Bewegungen. Besonders laktierende Stuten sind gefährdet.
Nervenbedingte Folgen: Nervosität, erhöhte Reizbarkeit und in schweren Fällen neurologische Symptome.
Calciummangel nach Pferdetyp
Calciummangel bei Fohlen und Jungpferden: Der Calciumbedarf ist in der Wachstumsphase am höchsten. Unzureichende Versorgung kann zu dauerhaften Skelettschäden führen.
Calciummangel bei Zuchtstuten: Laktationstetanie ist ein lebensbedrohlicher akuter Calciummangel kurz nach der Geburt – ein tierärztlicher Notfall.
Calciummangel bei Sportpferden: Hohe Trainingsintensität führt zu erhöhtem Mineralstoffverlust über den Schweiß.
Calciummangel bei älteren Pferden: Im Alter sinkt die Calciumabsorption – regelmäßige Kontrollen sind wichtig.
Welche Inhaltsstoffe können die Calciumversorgung negativ beeinflussen?
- Zu viel Getreide: Phosphorreich und calciumarm
- Kleie: Extrem phosphorreich – nur in kleinen Mengen einsetzen
- Oxalsäurereiche Pflanzen: Binden Calcium im Darm
- Vitamin-D-Mangel: Ohne Vitamin D keine effektive Calciumabsorption
- Zu viel Magnesium ohne Calciumausgleich: Kann die Calciumaufnahme beeinträchtigen
Welche Inhaltsstoffe unterstützen eine optimale Calciumversorgung?
- Luzerne (Alfalfa): Eine der besten natürlichen Calciumquellen im Pferdefutter
- Calciumcarbonat: Günstige, gut verfügbare Form zur Calciumergänzung
- Calciumformiat: Gut bioverfügbare organische Calciumverbindung
- Vitamin D3: Unverzichtbar für die Calciumabsorption
- Mineralfutter mit ausgewogenem Ca:P-Verhältnis: Bringt die Gesamtration ins Gleichgewicht
- Hochwertiges Heu: Liefert Calcium als Basis der täglichen Versorgung
Wie erkenne ich einen Calciummangel bei meinem Pferd?
- Steife, angespannte Muskulatur nach der Arbeit
- Muskelzittern oder Krämpfe
- Erhöhte Nervosität und Reizbarkeit
- Schlecht wachsende, brüchige Hufe und Zähne
- Leistungsabfall, schnelle Erschöpfung
- Bei Fohlen: Wachstumsstörungen, instabile Gelenke
- Bei laktierenden Stuten: Tetaniesymptome (Notfall!)
Was sollte ich beim Kauf von calciumhaltigen Ergänzungen beachten?
- Calcium-Phosphor-Verhältnis in der Gesamtration prüfen: Professionelle Rationsberechnung empfohlen
- Bioverfügbarkeit beachten: Organische Calciumverbindungen werden besser aufgenommen
- Vitamin D nicht vergessen: Ohne Vitamin D nutzt auch das beste Calcium wenig
- Keine Überdosierung: Zu viel Calcium hemmt die Aufnahme anderer Mineralstoffe
- Vollständige Deklaration: Transparente Angabe aller Mineralstoffe und deren Verhältnis
Pflege & Management bei Calciummangel
Ausreichend Sonnenlicht unterstützt die Vitamin-D-Versorgung. Regelmäßige Zahnchecks sind bei Pferden mit bekanntem Calciummangel wichtig. Bei Verdacht auf einen akuten Mangel ist sofortige tierärztliche Abklärung unerlässlich.
Kaufberatung: Die richtige Calciumergänzung finden
Nach Preis
Einstieg & Basis: Luzerneanteil erhöhen oder einfaches Calciumcarbonat-Pulver – kostengünstig und sofort umsetzbar.
Mittelklasse: Ausgewogene Mineralfutter mit optimiertem Calcium-Phosphor-Verhältnis und integriertem Vitamin D.
Profi- & Premiumlösungen: Individuell abgestimmte Mineralstoffkonzepte auf Basis einer Heuanalyse für Zuchtstuten, Jungpferde und Sportpferde.
Nach Marke
STRÖH bietet Mineralfutter von bewährten Herstellern mit klar deklariertem Calcium-Phosphor-Verhältnis und vollständigen Spurenelementprofilen.
Nach Kategorie
Bestseller: Bewährte Mineralfutter mit ausgewogenem Ca:P-Verhältnis
Neuheiten: Innovative Mineralstoffkonzepte mit hochbioverfügbaren Verbindungen
Empfehlungen unserer Experten: Konzepte für Zuchtstuten, Jungpferde und Sportpferde
Häufige Fragen (FAQ) zu Calciummangel beim Pferd
Wie viel Calcium braucht ein Pferd täglich?
Ein 500-kg-Pferd in leichter Arbeit benötigt täglich etwa 20–25 g Calcium. Laktierende Stuten können einen mehr als doppelt so hohen Bedarf haben. Eine genaue Ermittlung ist nur über eine vollständige Rationsberechnung möglich.
Ist Luzerne die beste Calciumquelle für Pferde?
Luzerne ist eine der calciumreichsten und gleichzeitig gut verdaulichen Raufutterquellen. Sie enthält jedoch auch mehr Protein und Energie – der Einsatz sollte auf den individuellen Bedarf abgestimmt werden.
Kann zu viel Calcium schaden?
Ja – eine Überversorgung hemmt die Aufnahme anderer Mineralstoffe wie Zink, Kupfer und Magnesium. Die Gesamtration muss im Gleichgewicht sein.
Was ist Laktationstetanie und wie gefährlich ist sie?
Ein akuter, lebensbedrohlicher Calciummangel bei laktierenden Stuten – Muskelzittern, Koordinationsstörungen, im Extremfall vollständige Muskelstarre. Tierärztlicher Notfall – sofortige intravenöse Calciumgabe erforderlich.
Wie erkenne ich, ob meine Ration ausgewogen ist?
Am zuverlässigsten durch eine professionelle Rationsberechnung. Eine Heuanalyse liefert die wichtigste Grundlage.
Infothek & Ratgeber
- Mineralstoffversorgung beim Pferd: Calcium, Phosphor, Magnesium – Zusammenhänge
- Heuanalyse: Warum sie sinnvoll ist und wie man sie durchführt
- Rationsberechnung für Pferde: Leitfaden für ausgewogene Mineralstoffversorgung
- Luzerne im Pferdefutter: Vorteile, richtige Einsatzmenge und Kombination
- Fachartikel & Studien: Aktuelle Erkenntnisse zur Calciumversorgung
Service & Beratung
Die Mineralstoffversorgung ist eines der komplexesten Themen in der Pferdeernährung. Bei STRÖH begleiten wir Dich mit persönlicher Fachberatung.
- Persönliche Fachberatung: Direkte Unterstützung bei Rationskontrolle und Mineralstoffergänzung
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Meinung, Erfahrung & Sicherheit
Viele Pferdehalter berichten, dass sich nach einer gezielten Anpassung der Mineralstoffversorgung die Hufqualität, Muskelspannung und das allgemeine Wohlbefinden positiv verändert haben. Erfahrungsberichte aus der Praxis und Kundenbewertungen findest Du direkt bei den jeweiligen Produkten im Shop.
Sicherheitshinweis: Ein Calciummangel sollte immer tierärztlich abgeklärt werden. Laktationstetanie ist ein tierärztlicher Notfall. STRÖH-Produkte unterstützen die Mineralstoffversorgung gezielt – sie ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder professionelle Ernährungsberatung.




